Jessica Tandy

Jessica Tandy in ihrer Oscar-Rolle "Miss Daisy und ihr Chauffeur" Vergrößern
Jessica Tandy in ihrer Oscar-Rolle "Miss Daisy und ihr Chauffeur"
Jessica Tandy
Geboren: 07.06.1909 in London, England, Großbritannien
Sternzeichen: Zwillinge
Gestorben: 11.09.1994 in Easton, Connecticut, USA

Jessica Tandy war zweifellos eine der bedeutendsten Schauspielerinnen des letzten Jahrhunderts. Sie erhielt 1990 den Oscar als beste Darstellerin für "Miss Daisy und ihr Chauffeur" und wurde noch einmal 1992 für "Grüne Tomaten" nominiert. Dreimal wurde sie mit einem Tony Award, dem bedeutensten Theaterdarstellerpreis, ausgezeichnet, mit dem ersten im Jahre 1947 für die Rolle der Blanche Du Bois in der Uraufführung von Tennessee Williams' "Endstation Sehnsucht" (in der späteren Endstation Sehnsucht mit Marlon Brando spielte Vivien Leigh die Blanche). Die anderen beiden Tonys erhie]t sie für zwei Stücke, in denen sie mit Ihrem Mann Hume Cronyn auf der Bühne stand, "The Gin Game" und "Foxfire".

"Ich mag die Figur der Miss Beryl", sagt Jessica Tandy zu ihrer Rolle neben Paul Newman und Bruce Willis in "Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich" (1994). "Sie hat Humor, und sie ist voller Lebenslust obwohl sie sehr alt ist und wahrscheinlich nicht mehr lange da sein wird. Aber sie ist lebendig. Sie lebt, wenn auch in sehr bescheidenen Verhältnissen. Sie und Sully sind in all diesen Jahren Freunde geworden. Jetzt kümmert er sich um sie. In der Beziehung zu seiner Familie hat Sully versagt, jetzt aber ist er umgeben von Menschen, die er mag und die ihm etwas bedeuten, und er hat das Leben dieser Menschen positiv beeinflusst."

Jessica Tandy absolvierte ihren ersten Bühnenauftritt im Londoner West End 1927. Drei Jahre später debütierte sie bereits am Broadway in "The Matriarch". Seitdem spielte sie auf beiden Seiten des Atlantik Theater und hat in sechzig Jahren viele Shakespeare-Heldinnen dargestellt: Lady Macbeth, Cressida, Katherine in "Heinrich V.", Ophelia, Viola, Miranda und Cordelia. Außerdem sah man Jessica Tandy auf der Bühne als Mary Tyrone in O'Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht", als Mutter in "Rose", als Charlotte in Joseph Papps "Salonika" und als Amanda Wingfield in Tennessee Williams' "Die Glasmenagerie". 1985 spielte sie ihre letzte Rolle am Broadway in "The Petition".

Ihr Filmdebüt gab Jessica Tandy 1937 in England in "The Indiscretions of Eve". Seitdem hat sie kontinuierlich auch immer wieder in Filmen gespielt. Mrs. Tandy und Mr. Cronyn sind auch oft gemeinsam im Fernsehen aufgetreten. 1954 bekamen sie ihre eigene Serie, "The Marriage', die Cronyn auch produzierte. Mehrfach traten sie auch in der CBS-Serie "Omnibus" auf. Beide nahmen ihre Broadway-Rollen in "The Four Poster" ("Das Himmelbett", verfilmt 1952 mit Lilli Palmer und Rex Harrison) 1955 wieder auf für Producers Showcase und brachten im selben Jahr wieder ein einstündiges Special von "The Marriage" mit dem Titel "Christmas Til Closing". Ihr bemerkenswertester TV-Auftritt war wohl 1987 "Foxfire", präsentiert von der Hallmark Hall of Fame.

Jessica Tandy gewann 1988 einen Emmy Award als beste dramatische Darstellerin in einem TV-Special für dieses Porträt einer Frau aus den Appalachen. Cronyn und Tandy wurden mit einem Tribute von der Academy of Television Arts and Science für ihre Fernseh-Pionierarbeit geehrt. 1991 bekam Jessica Tandy eine Golden-Globe-Nominierung als beste Darstellerin für die NBC-Produktion "The Story Lady".

Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Mrs. Tandy 1973 einen Obie für "Not I" und im selben Jahr für dieselbe Rolle einen Drama Desk Award, den sie auch für "Happy Days" bekam. Einen weiteren Drama Desk Award überreichte man ihr 1979 für "The Gin Game". Sie wurde in die Theatre Hall of Fame für ihre außergewöhnlichen Leistungen im amerikanischen Theater aufgenommen. 1986 wurden diese Leistungen des Ehepaares Tandy/Cronyn bei den Kennedy Center Honors in Washington, D.C., gewürdigt. 1990 bekam Jessica Tandy vom Präsidenten der USA die National Medal of Arts in Anerkennung ihres herausragenden Beitrags zur Entwicklung und Förderung der Künste in den Vereinigten Staaten.

Während der Dreharbeiten an "Nobody's Fool" sagte Jessica Tandy: "Ich möchte nie alte Damen spielen, die in Pflegeheimen leben, vergessen und schlecht behandelt von ihren Familien und ohne Hoffnung. Oder solche, die kein Leben in sich haben. Ich finde, man soll lebendig sein bis zum letzten Atemzug." Sie war es bis zu ihrem Tod.

Vor ihrer Ehe mit Hume Cronyn, mit dem sie zwei Kinder hatte, war sie bereits von 1932 bis 1942 mit Schauspiel-Kollege Jack Hawkins verheiratet (eine Tochter).

Weitere Filme mit Jessica Tandy: "Das siebte Kreuz" (1944), "Die Entscheidung" (1945), "Weißer Oleander", "The Green Years" (beide 1946), "Qualen der Liebe" (1948), "Rommel, der Wüstenfuchs" (1951), "Das Herz eines Indianers" (1958), "Hemingways Abenteuer eines jungen Mannes", "Die Vögel" (beide 1962), "Butley" (1974), "Da steht der ganze Freeway Kopf" (1981), "Zwei dicke Freunde", "Garp und wie er die Welt sah", "In der Stille der Nacht" (alle 1982), "Die Damen aus Boston" (1984), "Cocoon" (1985), "Langer Abschied", "Das Wunder in der 8. Straße", "Das Haus in der Carroll Street" (alle 1987), "Cocoon II - Die Rückkehr" (1988), "Die Herbstzeitlosen", "Story Lady" (beide 1991), "Tanz mit dem weißen Hund" (1993) und "Camilla" (1994).


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