Luis Tosar

Brillant: Luis Tosar in dem Horrorthriller "Sleep
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Brillant: Luis Tosar in dem Horrorthriller "Sleep Tight"
Luis López Tosar
Geboren: 13.10.1971 in Xustas, Galicien, Spanien
Sternzeichen: Waage

Er ist einer der jungen spanischen Darsteller, die sich anschicken, in die Fußstapfen berühmter Charakterdarsteller wie etwa Francisco Rabal oder Fernando Rey zu schlüpfen: Luis Tosar, der bereits dreimal mit dem Goya Award, dem spanischen Äquivalent des Oscars, ausgezeichnet wurde.

Bekannt wurde Tosar in seiner Heimat mit seiner Rolle des Andrés in der Comedyserie "Mareas vivas" (47 Folgen, 1998-2001), die in Deutschland allerdings nie gezeigt wurde. Zuvor spielte Tosar bereits in einer Vielzahl von Kurzfilmen, bevor er 1998 mit einer kleinen Rolle in der Komödie "Atilano, presidente" sein Kinodebüt gab. Weitere Kurzfilme und Kleinstauftritte folgten, bis ihn schließlich die Regisseurin Icíar Bollaín in ihrer Tragikomödie "Blumen aus einer anderen Welt" (1999) besetzte, die auch hierzulande den Weg in die Kinos fand und ihm seine erste Goya-Nominierung - als bester neuer Schauspieler - einbrachte.

Tosar entwickelte in der Folgezeit ein Faible für absonderliche, aber auch mehrdimensionale Charaktere, die er jeweils gekonnt mit Leben zu füllen weiß. Doch zunächst blieb es bei kleineren Rollen, so etwa in Pepe Danquarts internationaler Koproduktion, dem Horrorthriller "Semana Santa" (2000) an der Seite von Mira Sorvino und Olivier Martinez. Und noch im gleichen Jahr folgten gelungene Kinofilme wie etwa Alex de la Iglesias schwarze Komödie "Allein unter Nachbarn - La comunidad" mit Carmen Maura und Daniel Monzóns gefeiertes Fantasydrama "The Heart of the Warrior", in dem er einen Polizisten verkörperte.

Tosars Rollen wurden nun immer größer. So besetzte ihn Regisseur Gonzalo Tapia in seinem Krimidrama "Lena" (2001) an der Seite der schönen Galizierin Marta Larralde und in Fernando León de Aranoas Drama "Montags in der Sonne" (2002) schlüpfte er an der Seite von Javier Bardem in die Rolle des arbeitslosen Werftarbeiters José, der vom Geld seiner Frau leben muss und an seinem Leben zu verzweifeln droht. Für sein eindringliches Spiel wurde Luis Tosar erstmals mit dem Goya als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Vielfach preisgekrönt ist auch die moderne spanische Lolita-Geschichte "Der Fremde im Park" (2003), die Kino-Debütant Manuel Martín Cuenca nach dem Bestseller-Roman "La Flaqueza del bolchevique" von Lorenzo Silva inszenierte. Tosar gibt dieses Mal einen vom Leben enttäuschten Banker, der sich auf eine Affäre mit einer 14-jährigen Schülerin einlässt. Noch im gleichen Jahr folgte - erneut unter der Regie von Icíar Bollaín - mit dem Drama "Öffne meine Augen" eine weiterer Höhepunkt in Tosars bisherigem Schaffen. Er spielt einen Ehemann, der seine Frau bei seinen extremen Wutausbrüchen so heftig verprügelt, dass diese schließlich Unterschlupf bei ihrer Schwester sucht. Allein gelassen, startet Antonio mit einer Therapie und buhlt so heftig um seine Frau, dass diese schließlich wieder nachgibt und zu ihm zurückkehrt. Das hat fatale Folgen. Für seine grandiose schauspielerische Leistung wurde Tosar 2004 vollkommen zu Recht mit dem Goya als bester Hauptdarsteller prämiert.

Die Zeit der Kleinstrollen war nun endgültig vorbei und nach einem noch einmal kleinen Gastspiel in Hannes Stöhrs "One Day in Europe" (2004), ein spaßiger Mix aus Komödie und Episodenfilm, verpflichtete Hollywood-Regisseur Michael Mann Tosar für seinen aufwändigen Actionthriller "Miami Vice", die Adaption der äußerst erfolgreichen, gleichnamigen TV-Serie aus den Achtzigerjahren. Der Film taugt zwar nicht viel, doch an der Seite von Colin Farrell, Jamie Foxx und Gong Li gewann Tosar weiteres internationales Renommee. Dieses verfestigte er 2009 auch mit seiner Rolle eines durchgeknallten Häftlings, der aber auch menschliche Seiten zeigt, in "Cell 211", eine deftige Mischung aus Knast-Thriller und Actionfilm, der mit insgesamt acht Goyas ausgezeichnet wurde. Darunter erneut Tosar für die beste Hauptrolle.

Ebenfalls 2009 verpflichtete Jim Jarmusch den inzwischen weltweit anerkannten Darsteller für seinen US-Thriller "The Limits of Control", in dem der Regisseur aber an keiner Stelle die Meisterschaft früherer Werke erreichte. Da war die Tragikomödie "Mr. Nice" mit Rhys Ifans, die der britische Regisseur Bernard Rose nach der gleichnamigen Autobiografie des internationalen Drogesbosses Howard Marks in Szene setzte, deutlich besser. 2010 schließlich war es wieder Regisseurin Icíar Bollaín, die ihren beiden Hauptdarstellern Tosar und Gael García Bernal in ihrem Drama "Und dann der Regen" zu wahren schauspielerischen Höchstleistungen anspornte. Tosar spielt den Produzenten Costa, der zusammen mit Regisseur Sebastián (Barnal) ein idealistisches Projekt über den wahren Kolumbus realisieren will. Die beiden wollen die Lichtgestalt der Historie vom Sockel heben und zeigen, dass der Eroberer ein gieriger wie brutaler Unterdrücker der amerikanischen Ureinwohner gewesen ist. Doch bei den Dreharbeiten erweist sich ihr bolivianischer Hauptdarsteller als Anführer eines rebellischen Sozialaufstandes und bald scheint eine gewalttätige Auseinandersetzung unausweichlich.

2011 schließlich hielt Regisseur Jaume Balagueró für Luis Tosar einen besonders abgründigen Charakter in seinem packenden Horrorthriller "Sleep Tight" bereit. Tosar brilliert als vordergründig sympathischer und zuvorkommender Portier und Hausmeister in einem Mietshaus in Barcelona. Doch dieser hat ein Geheimnis: er beobachtet die Mieter genau, weiß nahezu alles über sie, nutzt deren Leid als Lebenselixier und schleicht sich nachts sogar in ihre Wohnungen. Besonders die hübsche Clara hat es ihm angetan. Nach Feierabend versteckt er sich unter ihrem Bett, wartet, bis sie nach Hause kommt und tief schläft. Dann kommt er aus seinem Versteck hervor, betäubt die Frau und vergewaltigt die Ahnungslose. Er sieht sie als perfektes Opfer seiner Rache an der widerlichen Lebensfreude. Für sein perfektes Spiel wurde Tosar erneut für den Goya als bester Hauptdarsteller nominiert. Sicherlich nicht seine letzte ...

Bereits 1994 schrieb Tosar das Drehbuch für den Kurzfilm "As Xoias da Senora Binaconero", den er selbst produzierte und in dem er auch als Darsteller mitwirkte. Auf der Theaterbühne war Tosar bislang unter anderem in Lino Braxes gefeierter "Hamlet"-Inszenierung, in Agustín Alezzos Inszenierung des Tennessee Williams-Klassikers "Die Glasmenagerie" sowie in Paco Mirs Interpretation des Francis Veber-Stückes "The Dinner Game" zu bewundern. Und auch als Sänger und Gitarrist ist Tosar aktiv: Im Frühjahr 2012 veröffentlichte seine Band "Di Elas" ihr Debütalbum.

Weitere Werke mit Luis Tosar: "Xabarín Club TVG" (TV-Serie), "Contos de Alentraia: Tornabón" (beide 1994), "¡Aproba!", "Gran liquidación" (beide 1995), "Afonía", "Cabeza de boi", "O matachín", "Mátame unos cuantos" (alle 1996), "La casa de los líos" (TV-Serie, zwei Folgen), "O tesouro", "Galicia terra única" (TV-Serie), "El origen del problema" (alle 1997), "Que me queres, amor?", "Antonio, Jorge y Luís", "Una extraña mirada" (alle 1998), "Celos", "El comisario" (TV-Serie, eine Folge), "Si lo sé no vengo (a mi propio entierro)", "El cumplido", "Amor serrano" (alle 1999), "Besos para todos", "Amores que matan", "Leo", "Sé quién eres", "El váter susurra", "O río ten mans", "Alzheimer" (alle 2000), "Clases de ruso", "Un asunto pendiente", "Sin noticias de Dios", "Visionarios" (alle 2001), "Wenn die Glocke 13 schlägt", "Ciclo" (beide 2002), "El lápiz del carpintero", "Lentura", "El barbero ciego" (alle 2003), "El último peldaño" (auch Ko-Produzent), "Inconscientes", "¡Hay motivo!" "La vida que te espera" (alle 2004), "Aupa Etxebeste!", "La noche del hermano", "El mundo alrededor" (alle 2005), "Las vidas de Celia", "El don de la duda", "Cargo" (alle 2006), "Taxi?", "Normal con alas", "Casual Day", "Hotel Tívoli" (alle 2007), "La noche que dejó de llover", "No se preocupe" (beide 2008), "Lope", "18 comidas" (auch Ko-Produzent), "En el insomnio" (alle 2010), "Crebinsky" (auch Ko-Produzent, 2011), "O Apóstolo" (Sprecher), "Operación E" (auch Ko-Produzent), "Qué pena tu familia", "Una pistola en cada mano", "Ein Freitag in Barcelona" (alle 2012), "La grande bellezza" und "A Night in Old Mexico" (beide 2013).

Foto: Senator


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