"Noch mal lass ich mich von euch nicht mundtot machen!", ist sich Julia Wendt (Judith Engel) sicher. Doch einige Zeit später ist sie nicht nur mundtot, sondern tot. Überfahren von einem schwarzen SUV. Ihr letztes Wort: "Marlene".

Julia Wendt fühlte sich verfolgt. Nach fünf Jahren in einer Anstalt, die sie auch Kommissar von Meuffels (Matthias Brandt) zu verdanken hatte, wird sie bedroht, von den Menschen, die auf "ihrer Liste" stehen: Münchner Promis, die Schwarzgeld in die Schweiz transferiert hatten und die sie an die Staatsanwalt ausliefern will. Eine Kopie davon: soll schon lange beim Finanzamt liegen. Doch die existiert nicht mehr, angeblich verbrannt bei einem Kurzschluss. "Kann ja mal passieren", bemerkt von Meuffels süffisant.

Der Richter, der damals empfohlen hatte, die Ermittlungen gegen die Steuerflüchtlinge einzustellen, reagiert heute äußerst dünnhäutig, wenn man ihn darauf anspricht. So wie auch die Psychiaterin, die Julia Wendt hatte einweisen und für allgemeingefährlich erklären lassen.

Doch dann, wie aus dem Nichts, sitzt plötzlich ein vermeintlicher Täter vor Kommissar von Meuffels. Er soll Julia Wendt überfahren haben. Zufall? Und wer ist diese Marlene? Oder sind das alles doch nur Hirngespinste, denen von Meuffels da aufsitzt? Sieht auch er schon Gespenster? Spätestens als er seine eigene Wohnung nach Wanzen und Kameras durchsucht, könnte man das glauben. Doch hinter dem Fall steckt mehr, und die Gespenster, die entpuppen sich als echte Gefahr.

Ohne die herausragenden Darsteller wäre "Sumpfgebiete" ein Krimi unter vielen – im Plot dünn und vorhersehbar. In der Erzählung und im Schauspiel aber beeindruckt er. Schade, dass das für einen Sonntagabend eigentlich nicht ausreicht.