Der Mann mit dem steten Anflug von Jugendhaftigkeit im Allerweltsgesicht zählt seit 1977 zu den höchstdotierten Stars in Hollywood. So wurde er von den amerikanischen Kinobesitzern zum Schauspieler des Jahrhunderts gewählt. Der Grund: Fords Film spielen einfach am meisten ein.

Diesen Erfolg verdankt er nicht zuletzt seiner enormen Vielseitigkeit, die ihn in packenden Actionfilmen, realistischen Politthrillern und humorvollen Abenteuern gleichermaßen überzeugend zum Einsatz kommen lässt. Mal ist Harrison Ford der aufrichtige Detective ("Der einzige Zeuge", 1984), mal der von allen Hunden Gehetzte "Auf der Flucht" (1993), mal der Rebell Han Solo, der sich der guten Sache verpflichtet fühlt ("Krieg der Sterne", 1977), mal der seriöse Präsidenten-Berater ("Die Stunde der Patrioten"/"Das Kartell"), mal der augenzwinkernde Abenteurer "Indiana Jones".

Harrison Ford unterschrieb 1966 nach dem Besuch einer Schauspielschule und etwas Bühnenerfahrung einen Vertrag mit Columbia. Nach Gastauftritten in TV-Serien (etwa in "Rauchende Colts", "Der Chef", "Die Leute von Shiloh Ranch", "Kung Fu" und Petrocelli") und handwerklicher Tätigkeit als Tischler winkten Nebenrollen u.a. in "American Graffiti" (1973), "Der Dialog" (1974). Den Durchbruch schafft Ford mit dem Sciencefiction-Klassiker "Krieg der Sterne" und den Fortsetzungen "Das Imperium schlägt zurück" (1979) sowie "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1982).

Noch populärer aber macht ihn 1980 die Titelrolle des Archäologen Indiana Jones in Steven Spielbergs "Jäger des verlorenen Schatzes" und den beiden Fortsetzungs-Abenteuern "Indiana Jones und der Tempel des Todes" (1984) und "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989).

Ford verkörpert fast ausschließlich positive Identifikationsfiguren: Als Spezial-Detektiv Rick Deckard in dem Sciencefiction-Kultfilm "Blade Runner" (1982), als integrer Agent unter Amish-Leuten in dem Thriller "Der einzige Zeuge" (1985) - eine Rolle, die ihm eine Oscar-Nominierung einbringt. Ferner sieht man ihn als unter Mordverdacht geratenen Staatsanwalt in "Aus Mangel an Beweisen" (1990) oder als unschuldig verfolgten Dr. Kimble in "Auf der Flucht" (1993). Das insgesamt missglückte Billy Wilder-Remake "Sabrina" (1995) bringt Ford wenigstens eine Nominierung für den Golden Globe ein.

1997 spielte Ford in Wolfgang Petersens Actionfilm "Air Force One" den amerikanischen Präsidenten, dessen Flugzeug von Terroristen gekapert wird. Doch der Vietnam-erprobte Politiker räumt mit seinen Widersachern gnadenlos auf. 1998 folgte die Beziehungskomödie "Sechs Tage, sieben Nächte" mit Anne Heche und in Robert Zemeckis Horror-Schocker "Schatten der Wahrheit" (2000) ist er als Wissenschaftler zu sehen, dessen Frau (Michele Pfeiffer) von sonderbaren Geistererscheinungen heimgesucht wird.

Ford war in zweiter Ehe mit der Drehbuchautorin Melissa Mathison ("E. T. - Der Außerirdische", 1982) verheiratet. Bis zu der Trennung des Paars im November 2000 lebte Ford mit der Familie zurückgezogen auf einer Ranch bei Jackson Hole in Wyoming. Seine erwachsenen Kinder aus erster Ehe haben keine künstlerischen Berufe ergriffen.

Weitere Filme mit Harrison Ford: "Immer wenn er Dollars roch" (1966, ungenannt), "Der gnadenlose Ritt" (1966), "Versuch's doch mal mit meiner Frau" (1967, ungenannt als Hippie), "Journey to Shiloh" (1968), "Zabriskie Point" (1969, ungenannt als Flughafen-Arbeiter), "Getting Straight" (1970), "The Intruders" (1970, TV), "Judgement: The Court Martial of Lieutenant William Calley" (1975, TV), "Der Denver-Clan" (1976, TV), "Besessen" (1977, TV), "Helden von heute" (1977), "Der wilde Haufen von Navarone" (1978), "Purple Haze" (1979, ungenannt), "Apocalypse Now" (1979), "Hanover Street" (1979), "Ein Rabbi im Wilden Westen" (1979), "Mosquito Coast" (1986), "Frantic" (1987), "Die Waffen der Frauen" (1988), "In Sachen Henry" (1991), "Hundert und eine Nacht" (1994), "Jimmy Hollywood" (1994), "Vertrauter Feind" (1997), "Begegnung des Schicksals" (1999), "K 19 - Showdown in der Tiefe" (2002), "Hollywood Cops" (2003), "Water to Wine" (2004), "Firewall" (2006), "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", "Crossing Over" (beide 2008), "Ausnahmesituation", "Morning Glory" (beide 2010), "Cowboys & Aliens" (2011), "Paranoia - Riskantes Spiel", "Ender's Game", "Anchorman - Die Legende kehrt zurück" (alle 2013).