Die verhärmte Mathematiklehrerin Jelena Sergejewna ist nicht wenig erstaunt, als ihr vier Gymnasiasten überschwänglich zum Geburtstag gratulieren. Doch die vier treibt nicht die Verehrung vor die Tür der Lehrerin, sondern das verpatzte Mathe-Abitur. Sie wollen den Schlüssel zum Schulsafe, um die Arbeiten auszutauschen. Ein zermürbender Kleinkrieg voller Angst und Aggression eskaliert...

Eldar Rjasanow zeichnet das erschreckende Bild der jungen Generation. Einer Jugend ohne Achtung und Gnade. Ihre äußere Erscheinung: erbarmungslos, gefühllos, nur auf das eigene Wohl bedacht. Der Besuch bei der Lehrerin als Ausbruch des Bösen. Ein moralisches Fiasko. Zugleich gibt der Film auch den Älteren ein Stück Schuld: Zu lange haben sie die Augen vor Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft geschlossen; und wenn die Eltern der Schüler eine Funktion in der Partei oder im Staat innehatten, sahen die Erzieher gleich ganz über ihre schlechten Eigenschaften, ihre Verfehlungen hinweg. "Liebe Jelena Sergejewna", eine der eindrucksvollsten Arbeiten der Gorbatschow-Ära, eröffnete im Herbst 1989 in der DDR das “Festival des sowjetischen Films”.