Sein großer Kampf

KINOSTART: 01.01.1970 • Boxerfilm • USA (1952)
Lesermeinung
Originaltitel
Flesh and Fury
Produktionsdatum
1952
Produktionsland
USA
Paul Callan ist gehörlos. Und er steht auf seinem Weg nach oben zwischen zwei kämpferischen Frauen. Die blonde Sexbombe und drittklassige Nachtclubtänzerin Sonya ist primär an Callans lukrativen Börsen interessiert und weiß das gewonnene Preisgeld ebenso schnell wieder auszugeben. Die junge Journalistin Ann dagegen, Architektentochter aus einem reichen Hause auf Long Island, eröffnet dem verliebten Faustkämpfer eine ganz neue Welt vornehmer Eleganz und leicht versnobter Umgangsformen und ist als weiblicher Pygmalion vornehmlich um die "Menschwerdung" und kulturelle Bildung des tumben Toren bemüht. Callans eigentliche Probleme beginnen, als er nach einer Operation sein Hörvermögen auf einem Ohr zurückerlangt und auch das Sprechen erlernt. Sein Weg in die "Normalität" und der Eintritt in die sogenannten "besseren" Gesellschaftskreise lassen ihn freilich auch schmerzhaft die Minderwertigkeit seiner eigenen Herkunft erfahren. Und bezeichnenderweise sind es gerade die neuerlernten Kommunikationstechniken, die ihn als Boxer schwächen und an den Rand der Niederlagen bringen.

Die Klassen, um die es in Boxerfilmen geht, sind nie nur solche des Gewichts. In kaum einem anderen Genre - allenfalls im Gangsterfilm - hat Hollywood die ethnische und vor allem soziale Herkunft seiner Helden so stark hervorgehoben. Im amerikanischen Kino kommen Gangster und Boxer aus der gleichen Nachbarschaft. Beide bedienen sich der Gewalt, um so schnell wie möglich aus der Gosse zu den Sternen zu gelangen. Beide wurden zu Identifikationsfiguren für unterprivilegierte Minderheiten."Flesh and Fury" bereichert das eher begrenzte und schematische Erzählrepertoire des Boxerfilm-Genres, das zumeist vom Aufstieg, Hochmut und Fall des Protagonisten handelt, um eine interessante Variante. Hier geht es weniger um den sozialen Aufstieg eines Einzelkämpfers der Faust, als vielmehr um die Schwierigkeit, mit einem Handicap fertig zu werden, das den erfolgreichen Athleten zwar bei seiner Arbeit im Ring nicht behindert, ihn aber außerhalb zum gesellschaftlichen Außenseiter abstempelt. Die Rolle des sozialen Underdogs wurde Hollywoodstar Tony Curtis aus der Bronx von New York geradezu auf den Leib geschrieben.

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