Auf der Bottroper Zeche Prosper Haniel ist am 21. Dezember Schluss. Dann wird die letzte deutsche Zeche feierlich geschlossen und das letzte Stück Kohle an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergeben.

Ein Stück Industriegeschichte geht zu Ende, Wehmut macht sich breit. Hintergrund ist die Einstellung der Subventionierungen für den westdeutschen Steinkohleabbau, wärend in osteuropäischen Ländern und vor allem in China weiter Kohle gefördert wird. Der üppige ARTE-Zweiteiler "Die Steinkohle" von Manfred Oldenburg und Jörg Knigge zeigt, welche Herausforderungen die Menschen in den letzten 250 Jahren bei der Gewinnung des "schwarzen Goldes" bestehen mussten – und welchen Einfluss die Kohle auf die deutsche und europäische Geschichte nahm.

In wenigen Jahrzehnten wandelten sich Agrarstaaten wie Deutschland, Frankreich und England zu Industrienationen, ländliche Regionen wuchsen zu Industriezentren zusammen, die Eisenbahn ermöglichte industriellen Verkehr. Das Bürgertum erlebte einen wachsenden Wohlstand, während Arbeiter mit widrigen Umständen zu kämpfen hatten. Schließlich bildete die Kohle den Baustein für Waffenschmieden in Westeuropa, 1914 brach der erste industriell geführte Krieg in Europa aus.

Teil zwei, "Die Steinkohle – Ende einer Ära", folgt am Mittwoch, 5. Dezember, 20.15 Uhr. Die Umweltschäden, das kurze Comeback zu Zeiten der Ölkrise und der schließliche Strukturwandel stehen im Mittelpunkt dieser Episode. In einer 90-minütigen Fassung ist die ZDF-Produktion am Mittwoch, 19.12. Dezember, auch im Zweiten zu sehen. Den Off-Kommentar spricht Schauspieler Jörg Hartmann, bekannt als Dortmunder "Tatort"-Kommissar Faber.


Quelle: teleschau – der Mediendienst