Eine junge Frau erwacht nach drei Jahren aus dem Koma und sucht fortan ihren Weg zurück ins Leben. Doch ihr fehlen einige Erinnerungen an die Zeit vor ihrem folgenschweren Unfall – sie begibt sich auf Spurensuche. Ist sie etwa Opfer einer Verschwörung geworden?

"Die Realität mag so etwas nicht kennen, aber dem Film muss man ein Wunder im Sinne einer guten Geschichte erlauben." Nadja Uhl hat sich intensiv vorbereitet auf die komplexe Rolle, die der Film "Dornröschen erwacht" (2006), den die ARD nun wiederholt, für sie bereithält. Die damals 33-Jährige spielt Juliane, eine Frau, die nach einem Unfall ins Koma fällt, drei Jahre lang. Dass sie daraus erwacht und sich nach einer Reha auf die Spuren ihrer eigenen Geschichte begibt, ist zwar inhaltlich einigermaßen unwahrscheinlich, wäre aber zumindest theoretisch möglich. Vor allem aber ist es die Grundlage für einen spannenden Thriller, den der Regisseur Elmar Fischer vor verträumten Kulissen im Berliner Urstromtal in Szene setzte.

Schlicht "Dornröschen" hatte der Arbeitstitel gelautet, der erst kurz vor der Ausstrahlung um deren "Erwachen" ergänzt wurde. Schon richtig: Schließlich wird weniger die schlafende Schöne beschrieben als vielmehr die Zeit danach, in der sich für Juliane immer neue Rätsel rund um ihre eigene Vergangenheit und die ihrer Familie auftun.

Nach einem Autounfall war die junge Mutter ins Koma gefallen. Als sie wieder erwachte, fehlte ihr aufgrund eines Gedächtnisverlustes die Erinnerung an die letzten Monate vor dem Unglück. Nun wird sie mit neuen Gegebenheiten konfrontiert: Ihr Mann (Misel Maticevic) hat ihr gemeinsames Haus verkauft, ihre Tochter (Nina Gummich) verhält sich seltsam abweisend. Nach und nach kommt Juliane einer Verschwörung auf die Spur. War es womöglich gar kein Unfall? Oder bildet sie sich alles nur ein? Und welche Rolle spielt der Arzt Dr. Seebaldt (Ulrich Tukur), der Juliane über die Zeit vor der Tragödie aufklären will? Ein Selbstmordversuch soll es gar gewesen sein.

Der Zuschauer begleitet die Frau bei ihrer Entdeckungsreise, und er weiß nie mehr als sie. Der Film wird zur Mixtur aus Familiendrama und Thriller und lebt dabei nicht nur von seinen Darstellern, sondern auch von der außergewöhnlichen Bildsprache, für die der hervorragende Kameramann Ngo The Chau verantwortlich ist.

Nadja Uhl besuchte zur Vorbereitung auf den Film gemeinsam mit dem Regisseur eine Komaklinik, sprach mit Ärzten, Verwandten und nicht zuletzt auch mit Betroffenen selbst, in diesem Fall einer Frau, die nach einem Jahr wieder aus dem Koma erwachte und unter den Folgen zu leiden hat. Stofftiere oder andere vertraute Gegenstände sind um manche Patienten aufgebaut, mit verschiedenen Therapien wird eine "Rückholung" ins Leben versucht.

"Sie wirken wach und sind es doch nicht. Und niemand weiß, was sie wirklich in dieser Zeit erleben", beschreibt Nadja Uhl und versucht sich während des Drehs in die schwierige Situation, die nach einer solchen Zeit kommen könnte, hineinzuversetzen. "Das Vergessen, der Verlust der eigenen Persönlichkeit und nicht zuletzt die neue Welt, die um sie herum nach all den Jahren ist – das bedeutet einen Kontrollverlust, der wohl zu den größten Ängsten gehört, die wir Menschen ins uns haben."


Quelle: teleschau – der Mediendienst