Jährlich wollen rund 20.000 Touristen das Kilimandscharo-Massiv in Tansania erklimmen. Vor allem die Höhe macht den Aufstieg anspruchsvoll – knapp 6000 Meter gilt es bis zum höchsten Berg, dem Kibo, zu bewältigen. Trotzdem wollen sich vier Deutsche im Film "Kilimandscharo – Reise ins Leben", der den Auftakt für eine neue ARD-Degeto-Reihe bildet, dem Abenteuer stellen.

Unter ihnen auch Rollstuhlfahrer Tom (Kostja Ullmann), ein ehemaliger Hochleistungssportler, der sich und vor allem auch anderen Betroffenen beweisen will, dass derartige Trips auch mit einer körperlichen Beeinträchtigung noch möglich sind. Anna (Anna Maria Mühe) sieht das aber ganz anders. Für sie ist Tom auf dem Weg zum Gipfel des Kibo einfach nur ein Klotz am Bein. Eine Meinung, die sie ungeachtet von Toms Gefühlen ab und an auch lautstark kundtut. Doch wie es sich für einen Freitagabendfilm im Ersten gehört, löst sich der Disput am Ende in Wohlgefallen auf.

Auch Joschka (Simon Schwarz) und seine 25-jährige Tochter Paula (Caroline Hartig) tragen auf dem Weg nach oben den ein oder anderen Kampf aus. Joschka hat mit Paulas bester Freundin geschlafen, was Paula ihrem Vater einfach nicht verzeihen kann und will. Er wiederum will seiner Tochter beweisen, dass sie trotz all ihrer Streitereien in der Vergangenheit für ihn immer an erster Stelle steht.

Nur mit Mühe schaffen es Bergführer Simon (Ulrich Friedrich Brandhoff) und sein Kompagnon Joseph (Bongo Mbutuma) die Gruppe zusammenzuhalten. Doch auch Simon kann sich nicht so wirklich auf die bevorstehende Tour konzentrieren. Sein bester Freund ist vor Kurzem gestorben. Und Simon fühlt sich schuldig an dessen Tod.

Film wirkt ein wenig überladen

Es ist ein bisschen viel, was in dieser Gruppe zusammenkommt: Tod, Lügen, Behinderung und sogar ein Gehirntumor. Anscheinend braucht man einen triftigen Grund, um die Besteigung des Kilimandscharo ins Auge zu fassen. Doch damit nicht genug: Auf dem Aufstieg begegnet der Gruppe zudem noch ein ausgewachsener Leopard und Paula stürzt beinahe in die Tiefe – um nur zwei Dinge zu nennen, die den vier Abenteurern und deren Bergführern auf ihrem Trip widerfahren.

All das lässt den Film von Gregor Schnitzler ein wenig überladen wirken, obwohl es wahrlich spektakuläre Aufnahmen sind, die in "Kilimandscharo – Reise ins Leben" zu sehen sind. Gedreht wurde allerdings nicht in Tansania, sondern in Kapstadt und Umgebung. Es würde diese Art Film auf jeden Fall noch wesentlich aufwerten, wenn man die Einheimischen darin vielleicht einmal zwei Sätze ihrer Landessprache sagen ließe. Ein paar Untertitel könnte man den Zuschauern im Ersten sicherlich zutrauen, und der Authentizität der Geschichte wäre es sehr zuträglich, wenn nicht jeder Tansanier der durchs Bild huscht fließend Deutsch sprechen würde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst