In den Augen von UFA-Chef Nico Hofmann ist er "Europas größter Filmemacher". Nun dreht Michael Haneke ("Funny Games", "Das weiße Band") für die größte deutsche Produktionsfirma erstmals eine internationale Serie.

Unter dem Arbeitstitel "Kelwins Buch" hat sich der österreichische Oscarpreisträger einen dystopischen Stoff vorgenommen, der in nicht allzu ferner Zukunft spielt. Eine Gruppe junger Menschen überlebt bei einem Inlandsflug eine Notlandung und wird unweit von zu Hause "zum ersten Mal mit dem eigentlichen Antlitz ihres Heimatstaates" konfrontiert.

"Nach zehn TV-Filmen und zwölf Kinofilmen hatte ich Lust, auch einmal eine längere Geschichte zu erzählen", begründet Haneke seine Motivation. Der 75-Jährige, der neben dem Oscar (für "Liebe", 2013) auch zweimal die Goldene Palme von Cannes sowie zwei Golden Globes gewann, wird bei dem Projekt als Showrunner und Drehbuchautor in Erscheinung treten sowie zwei Episoden selbst inszenieren. Als Produzenten sind seitens UFA Fiction Nico Hofmann, Benjamin Benedict und Sebastian Werninger involviert.

Über Besetzung, Drehstart und mögliche Sender- oder VoD-Partner wurde noch nichts bekannt. Nico Hofmann freut sich aber schon jetzt auf "einen vielschichtig irritierenden Ausblick auf die Frage, nach welchen Grundsätzen wir leben möchten. Virulenter kann ein Projekt nicht in unsere Zeit passen, dafür bin ich dankbar." Dass sich "Europas größter Filmemacher dem seriellen Erzählen im Fernsehen zuwendet", sei nichts weniger als "eine kleine Sensation".


Quelle: teleschau – der Mediendienst