Ein Jugendfreund von Kommissar Leitmayr wird von einem Junkie angestochen. Von Krankenhaus und Polizei will er nichts wissen, denn frei nach "Breaking Bad" hat er ein Ding zu drehen.

Es ist ein schräger Vogel, dieser Mikesch (hervorragend: Andreas Lust), der eines Abends nach dem Surfen im Eisbach von einem Junkie überfallen und mit dem Messer schwer verletzt wird. Ein alter Freund Leitmayrs (Udo Wachtveitl) ist er auch, wie sich herausstellt, und noch immer scheint er denselben Neoprenanzug zu tragen wie damals vor 35 Jahren, als die zwei gemeinsam mit der Holländerin Frida (Ellen ten Damme) einen Sommer in Portugal verbrachten.

Während Leitmayr Hippie-Leben und freie Liebe hinter sich gelassen hat, scheint für Mikesch die Zeit stehengeblieben zu sein. Aus dem Krankenhaus büxt er aus, denn er hat ein Ding zu drehen, das nicht nur wegen der Optik ein wenig an "Breaking Bad" erinnert. "Das ist zu groß. Gier ist nicht gut", warnt ihn sein Freund Heinrich (Michael Tregor), noch so eine skurril-verkrachte Existenz in diesem Münchner Fall, der mehr Drama als Krimi ist. Und natürlich soll Heinrich Recht behalten.

Immer wieder flieht Mikesch vor den Kommissaren Leitmayr und Batic (Miroslav Nemec) und stürzt damit nicht nur sich selbst ins Unglück. Spannung kommt in diesem ungewöhnlichen "Tatort" selten auf, doch die manchmal urkomische, meist tieftraurige Figurenzeichnung macht vieles wett.