Der Urknall markiert in der modernen Kosmologie den Beginn des Universums. Das Phänomen soll sich vor etwa 13,8 Milliarden Jahren ereignet haben. Harald Lesch versucht in einer zweiteiligen "Terra X"-Dokumentation über die "Fragen der Zeit", diese unvorstellbare Zeitspanne irgendwie sicht- und fühlbar zu machen.

Dafür bedient sich der Astrophysiker, Naturphilosoph und Hochschullehrer eines erstaunlichen Bildes. Er stellt die kosmische Geschichte in nur einem Jahr dar. Leschs Theorie: Verortet man den Urknall in der Silvesternacht um Mitternacht, dann formte sich im Laufe des Frühlings die Milchstraße. Die Sonne und mit ihr die Erde entstanden Anfang September. Und der Mensch betrat erst am 31. Dezember die Bühne. In der ewig langen Geschichte des Universums ist der Homo sapiens somit nur wenig bedeutender als ein kleines Sandkorn an einem Strand.

Im Großen Refraktor auf dem Potsdamer Telegrafenberg zeigt Lesch zudem, wie die Menschen noch im 17. Jahrhundert glaubten, wie alt die Erde denn sei. Sie lagen meilenweit daneben und schätzten den Planeten auf ein Alter von nur 6000 Jahren. Erst der englische Universalgelehrte Robert Hooke erweiterte die zeitlichen Vorstellungen massiv. Seine Betrachtung von Ammoniten durch das gerade erfundene Mikroskop führte ihn auf die Spur einer geologischen Vergangenheit, die alle damals bekannten biblischen Zeit-Skalen sprengte.

Bereits am folgenden Sonntag, 8. Oktober, 19.30 Uhr, ist Harald Lesch erneut im Rahmen von "Terra X" zu sehen. Dann sendet das ZDF den zweiten Teil seiner Doku "Faszination Universum".


Quelle: teleschau – der Mediendienst