Ein autistischer Arzt, heiße Affären von ebenso heißen Assistenzärzten und ein arroganter Chef? So weit, so klischeehaft. Doch hat die Krankenhausserie "The Good Doctor" von "Dr. House"-Schöpfer David Shore auch darüber hinaus etwas zu bieten?

Dr. Shaun Murphy (Freddie Highmore) ist auf dem Weg zu seinem ersten Tag als Assistenzarzt, als ihm am Flughafen etwas dazwischen kommt. Ein Junge wird bei einem Unfall schwer verletzt. Zum Glück weiß der angehende Chirurg, wie er ihn retten kann. Zum Einsatz kommen eine Whiskeyflasche, ein Messer von der Sicherheitskontrolle und ein ausgebauter Schlauch aus einem Getränkeautomaten. Am Ende wird der Junge nur aufgrund der Findigkeit des heldenhaften Dr. Murphy überleben. Im Krankenhaus weiß man trotzdem nicht, ob man ihn als Assistenzarzt haben will, denn: Dr. Shaun Murphy ist Autist. VOX zeigt die 18 Folgen der ersten Staffel "The Good Doctor" als Free-TV-Premiere. Eine zweite Staffel hat der US-Sender ABC bereits in Auftrag gegeben.

Natürlich bekommt der Arzt, dessen heldenhafter Einsatz am Flughafen in Form eines Videos bereits auf YouTube gelandet ist und Tausende von Klicks sammelt, trotzdem eine Chance, was nicht zuletzt an seinem alten Bekannten Dr. Aaron Glassman (Richard Schiff) liegt. Sechs Monate lang soll Murphy beweisen, dass auch ein Autist wie er ein guter Chirurg sein kann. Bald zeigt sich, dass es wohl keinen besseren Diagnostiker als Murphy am St. Bonaventure Hospital im kalifornischen San Jose gibt, doch mit sozialer Interaktion hat er so seine Probleme.

Ein Arzt mit einem genialen Kopf aber schwierigem Charakter – dass einen diese Figurenzeichnung an "Dr. House" erinnert, kommt nicht von ungefähr. Der Schöpfer von "The Good Doctor" ist kein Geringerer als "House"-Erfinder David Shore. Doch an Shores Vorgänger reicht die neue Krankenhausserie nicht heran. Zu viele Klischees, die man seit "Emergency Room" schon zig-Mal gesehen hat, kommen bereits in den ersten zehn Minuten der ersten Episode zum Einsatz. Abgesehen von dem genialen aber schwierigen Arzt hat man da noch die attraktiven Assistenzärzte, die sich im Bereitschaftszimmer vergnügen, den väterlichen Förderer, den arroganten Chef und die knallharte Krankenschwester.

Schlecht ist "The Good Doctor" trotzdem keineswegs, vor allem Freddie Highmore, der Star aus "Bates Motel", macht seine Sache als autistischer Doktor fantastisch und auch die medizinischen Notfälle sind interessant. Doch wirklich Neues bekommt man in der Serie nicht zu sehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst