Krawall-Sternekoch Frank Rosin bewies am Mittwoch, dass er keine Ahnung von der indischen Küche hat. Oder war es etwa die Aufregung? Der "The Taste"-Coach geriet in der vierten Folge der Koch-Show ganz schön ins Schwitzen. Denn das Thema war knifflig.

Zuerst sollten die 16 verbliebenen Kandidaten zum etwas vage geratenen Thema "Around the world" Gerichte auf ihre Löffel zaubern, die an die Städte Delhi, Peking, Tokio und Bangkok erinnern. In der zweiten Runde wurde es sogar noch schwieriger: Da mussten die Speisen auf den Löffeln an die sehr unterschiedlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erinnern. Dabei wussten einige der Kandidaten nicht einmal, wo diese Bundesländer liegen.

Eigentlich ist es ihre Aufgabe, den Kandidaten zu helfen: In der ersten Runde beraten die vier Coaches ihre Teams beim Kochen. Doch der Sprücheklopfer Rosin scheint beim Thema internationale Küche an seine Grenzen zu stoßen. Sein Schützling Marc dachte bei der indischen Metropole Delhi an Linsen als Zutat. Rosin protestierte: "In Indien kochen die nicht mit Linsen!" Um kurz darauf in die Kamera zu rufen: "Wir müssen jetzt im Chor singen wie in Bollywood!" Nachdem Rosin vergangene Woche bereits die Hosen heruntergelassen hatte, hätte eine Tanzeinlage auch nicht mehr geschadet.

Wahre Kochkunst mit viel Bums und Trallala

Doch Rosin lag falsch: Linsen sind tatsächlich ein Teil der indischen Küche. Eines der Grundnahrungsmittel in Indien ist sogar das Gericht Dhal, das zumeist aus zerkochten Linsen hergestellt wird. Ob der etwas hibbelige Hobbykoch Marc auch so etwas in der Art für seinen Löffel zustande bekommen hätte, ist eine andere Frage. Er gestand ebenfalls: "Ich kenne Indien nicht", aber sein Löffel solle vor allem eins sein: "Mit Bums und Trallala."

Viel Bums hatte auch der Löffel von Tarek. O-Ton Rosin: "Das ist ja wie ein ICE – vorne rein und hinten wieder raus." Sternekoch und Gastjuror Tohru Nakamura hat einen japanischen Vater und eine deutsche Mutter und fühlte sich beim Löffel des Teams Trettl nicht an seine Heimat erinnert. Roland Trettl hatte zum Thema Tokio den Löffel von Gasthofinhaber Christian ins Rennen geschickt. Dabei hatte er kurz zuvor noch gemeckert, der Löffel wäre zu bayrisch geraten. Bayrisch-japanische Küche. Wenn man doch durch den Fernseher schmecken oder wenigstens riechen könnte!

Gisela opfert sich für das Team Roland Trettl

Aus der Kinderkochschule in Nürnberg wird nichts. Zumindest hat die Kandidatin Gisela keine Chance mehr auf die 50.000 Euro, die der Gewinner von The Taste erhält. Sie opferte sich freiwillig für das Team Roland Trettl und entschied, die Show zu verlassen. So blieb es Trettl zwar erspart, selbst eines seiner Team-Mitglieder nach Hause zu schicken. Dass er am Ende der Show dennoch motzte, als wäre er Rosin, ist verständlich. Schließlich ist es bitter, wenn gleich zwei Schützlinge die Show verlassen müssen, und dann auch noch – wie in Ullas Fall – für einen Löffel voll Kassler auf Kartoffelstampf.

Auch Catharina und Hansjörg kochten diesmal nichts Leckeres. Zumindest gaben die Juroren ihnen in der Einzelbewertung jeweils einen roten Stern. Die Gewinnerinnen des Abends: Luisa und Lisa. Die Modedesignerin Luisa aus dem Team Trettl holte gleich zwei goldene Sterne. Die Leipzigerin Lisa gewann die zweite Runde mit auf dem Löffel drapierter geflammter Garnele. Jetzt sind noch 14 Kandidaten übrig, die am 8. November wieder um die Wette kochkünsteln werden.