Über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki explodierten am 6. und 9. August 1945 die ersten Atombomben. Sie beendeten den Zweiten Weltkrieg, der nach Deutschlands Kapitulation noch immer zwischen Japan und den USA im Pazifikraum tobte. Der Dokumentarfilmer Rushmore Denooyer widmete sich 2015 – zum 50. Jubiläum der Massenvernichtungswaffe – ausführlich deren Entstehung. Sein Film "The Bomb", den ARTE in deutscher Erstausstrahlung zeigt, bringt letzte Zeitzeugen des mit großer Eile und unbändigem Ehrgeiz betriebenen amerikanischen Nuklearprojekts vor die Kamera. Viele der mit Sorgfalt restaurierten Aufnahmen von Bombentests und damaligen Wissenschaftlern standen bis vor Kurzem unter Verschluss.

Rushmore Denooyer, der sich filmisch schon verschiedenen populären Wissenschaftsthemen widmete – von diversen Weltall-Phänomenen bis zur Titanic -, erzählt umfassend die Entstehungsgeschichte der amerikanischen Atombombe. Mit enormem finanziellen Aufwand und gewaltiger Manpower wurde ihr Entstehen ab 1942 im geheimen "Manhattan-Projekt" unter General Leslie R. Groves vorangetrieben.

Groß war die Angst, Hitler-Deutschland könne die Waffe zuerst erfinden, und damit den Krieg für sich entscheiden. Doch Denooyer bleibt nicht bei der Kapitulation Japans stehen, denn danach geht der "Siegeszug" der selbstzerstörerischsten Waffe, die Menschen jemals erfanden, weiter. Immer größere und modernere Massenvernichtungswaffen wurden in den Jahren nach 1945 gebaut und getestet. Als die Russen 1949 in Kasachstan ihre erste Atombombe zündeten, stellte dies für die mittlerweile von ihren ehemaligen Kriegspartnern entfremdeten West-Alliierten ein Schock dar. Die Welt befand sich fortan im gefährlichen Dauerzustand des "Kalten Kriegs" – der mehrfach ein mörderisch heißer zu werden drohte.

Dem manchmal etwas plakativ "amerikanisch" getexteten Dokumentarfilm, der allerdings faszinierende Bilder und Zeitzeugeninterviews präsentiert, folgt um 21.55 Uhr "Death By Hanging" – ein Film über den hierzulande weitgehend unbekannten Kriegsverbrecherprozess von Tokio. Sozusagen die "Nürnberger Prozesse" der Alliierten gegen das unterlegene Japan. Die 60 Minuten lange, französisch-kanadische Produktion von 2015 zeigt das Scheitern einer gesellschaftlichen Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, welches im Chaos und einer Farce endete.

Abschluss des ARTE-Themenabends über drohende und reale Atomkriege bildet um 22.55 Uhr das 105 Minuten lange "The Man Who Saved the World ". Peter Anthonys Dokumentarfilm von 2014 porträtiert den im September 2017 verstorbenen russischen Oberst Stanislaw Petrow. 1983 verhinderte er einen Atomkrieg, indem er einen – später als Fehlalarm aufgedeckten – Angriff westlicher Atomraketen auf die Sowjetunion nicht an seine Vorgesetzten weitergab.


Quelle: teleschau – der Mediendienst