John Krasinski: Vom "The Office"-Star zum Actionhelden
In einem Punkt hatte John Krasinski gegenüber seinen Vorgängern lange das Nachsehen. Er selbst mag den begnadeten CIA-Analysten und Verschwörungsaufdecker Jack Ryan seit 2018 in vier Staffeln des Serienhits "Tom Clancy's Jack Ryan" gespielt haben, in Spielfilmlänge aber duften bislang nur Alec Baldwin ("Jagd auf Roter Oktober", 1990), Harrison Ford ("Die Stunde des Patrioten", 1992), Ben Affleck ("Der Anschlag", 2002) und Chris Pine ("Jack Ryan: Shadow Recruit", 2014) in ebendieser Rolle die Welt zu einem besseren Ort machen. Bislang, denn nun konnte Krasinski mit "Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War" (ab 20, Mai bei Amazon Prime) endlich nachlegen.
Der Spionage-Thriller setzt die Geschichte der 2023 eingestellten Serie fort, die wiederum auf Tom Clancys kaum zu überschaubaren Romanreihe beruht, dem sogenannten "Ryanverse". Es geht wieder um eine tödliche Verschwörung, die nach einer internationalen Geheimoperation ans Tageslicht gekommen ist und Jack Ryan (John Krasinski) zurück ins Spionagegeschäft befördert. Der CIA-Mann sieht sich nun mit einer abtrünnigen Spezialeinheit konfrontiert, doch im Kampf um Leben und Tod und gegen die Zeit findet er Verbündete und Helfer. Gemeinsam mit einem CIA-Kollegen (Michael Kelly) und einer MI-6-Agentin (Sienna Miller) stellt er sich der gefährlichen Bedrohung.
Vom "Office"-Darsteller zum Filmemacher
Mit "Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War" erreicht eine bemerkenswerte Hollywood-Karriere ihren nächsten Höhepunkt. John Krasinski hatte mit einem gigantischen Serienhit, der US-Version der britischen Sitcom "The Office", seinen großen Durchbruch. Die Höhe allerdings, die seine Karriere seither erreicht, und die Richtung, die sie eingeschlagen hat, ist nicht allein dem Erfolg der Kultserie zuzuschreiben. Mit Talent – damit vor allem ist der Aufstieg Krasinskis zu einem der angesehensten Schauspieler Hollywoods zu erklären. Einem Talent, das zumal vielseitig ist, denn längst gehört er auch zu den etablierten Kräften in den Fächern Drehbuch und Regie.
Kleingeredet sollte "The Office" dennoch nicht. Der Mockumentary-Hit beflügelte immerhin nicht nur die Karriere von Hauptdarsteller Steve Carell, sondern auch mancher Darsteller aus den nächsten Reihen. Krasinski, der den Sympathie-Träger Jim Halpert spielte, einen der wenigen "Normalos" in einer endlosen Reihe von Sonderlingen, wusste – fast – von Anfang an die Bedeutung der Serie richtig einzuschätzen. Zwar sei die Pilotfolge noch "Wort für Wort" eine Kopie des britischen Originals gewesen, wie er 2013 in der NBC-Sendung "Today" erklärte. Spätestens aber mit der zweiten Episode, "Diversity Day", habe er deren Ausnahmecharakter erkannt.
Vom Normalo zum "sexiest Man alive"
Nach "The Office" standen dem Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester viele Türen in der Unterhaltungsbranche offen. Und er ging durch manche von ihnen. Krasinski spielte neben und nach der Serie in vielen weiteren Filmen mit, in George Clooneys Komödie "Ein verlockendes Spiel", an der Seite von Meryl Streep in "Wenn Liebe so einfach wäre" oder in Michael Bays Action-Kracher "13 Hours". Schnell machte er aber auch deutlich, dass die Schauspielerei allein seine Talente und Interessen nicht ventilieren kann. Bereits 2009 legte er mit "Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie" sein Regiedebüt vor, und bei Gus Van Sants "Promised Land" schrieb er mit Matt Damon das Drehbuch.
Bei "A Quiet Place" kam noch mehr zusammen als Krasinskis Fähigkeiten. In dem fulminanten Horror-Thriller, den er selbst inszenierte – nach einem Drehbuch, an dem er mitschrieb – spielte er die Hauptrolle an der Seite seiner Frau Emily Blunt. Die beiden sind seit 2009 ein Traumpaar in Hollywood, seit 2010 ein Ehepaar und mittlerweile Eltern zweier Töchter. "Traumpaar" ist nicht zu viel gesagt: Wie so mancher Blunt für eine Traumfrau hält, so glauben andere, es bei Krasinski mit einem Traummann zu tun zu haben. Dazu gehören auch die Redakteure des Boulevard-Magazins "People", die ihn 2024 zum "sexiest man alive" wählten.
Den Titel wird Kransinski in seiner Karriere seinem Rang entsprechend eingeordnet haben, fraglich aber, dass er ihm mehr Bedeutung beimisst als seiner Arbeit und also auch seinen beiden wichtigsten Rollen: Jim Halpert aus "The Office" und Jack Ryan aus dem "Ryanverse". Büro-Biederling Jim definierte seine Karriere in Hollywood und der CIA-Man begleitet ihn schon seit seiner Kindheit, wie er jüngst in einem Interview mit "India Times" verriet. Ryan sei für ihn schon immer eine "Ikone" gewesen, erklärte er, und er mag alles und jeden, der Teil des Jack-Ryan-Ganzen sei. Auch jene vier Schauspieler, und das sagt er ausdrücklich, gegen die er lange das Nachsehen hatte.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH