Sandra Speichert

Und jetzt weg mit dem Handschuh! Sandra Speichert Vergrößern
Und jetzt weg mit dem Handschuh! Sandra Speichert
Sandra Speichert
Geboren: 22.01.1971 in Basel, Schweiz

Sandra Speichert kann bereits große Erfolge in ihrer jungen Karriere vorweisen. Der französische Regisseur Claude Zidi wählte sie 1994 aus dreihundert Bewerberinnen für den Film "Doppelte Tarnung" für die weibliche Hauptrolle aus. Dafür erhielt sie Im gleichen Jahr den "Romy Schneider"-Preis, die bedeutendste französische Auszeichnung für Nachwuchstalente. Danach folgten Auftritte in "Zaubergirl" (1995, mit Herbert Knaup), "Kreis der Angst" (1996) mit Katja Flint und "Still Movin'" (1997 mit Kai Wiesinger und Jochen Nickel). 1996 besetzte Bernd Eichinger die 24-jährige an der Seite von Til Schweiger im dem Remake von "Die Halbstarken".

Ebenfalls 1997 spielte sie auch an der Seite von Uschi Glas in der TV-Produktion "Frucht der Gewalt" und mit Heiner Lauterbach in Sönke Wortmanns "Der Campus", als junge Journalistin in dem tränenreichen Melodram "Rosamunde Pilcher: Die zweite Chance" sowie in Michael Karens Actionkomödie "Die Diebin". Danach war Oliver Korittke ihr Filmpartner in Michael Rowitz' Thriller "Der Kuss des Killers" (1998) und Thomas Jahn besetzte Sandra Speichert in seiner belanglosen Komödie "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" an der Seite von Klaus J. Behrendt und Steffen Wink. Im gleichen Jahr sah man Sandra auch in der gelungenen Literaturverfilmung Sturmzeit".

Nicht anzusehen war die Komödie "Der Hurenstreik - Eine Liebe auf St. Pauli" (1998), nicht viel besser war auch - man beachte den Titel - Michael Keuschs Möchtegern-Erotikthriller "Die Singlefalle - Liebesspiele bis zum Tod" (1999) mit Doreen Jacobi und Ralph Herforth. Über "Versprich mir, dass es den Himmel gibt" wollen wir auch nichts weiter berichten.

Weitere Filme mit Sandra Speichert: "Blutspur des Todes" (1999) und "Scheidung mit Hindernissen" (2001), "Tödliches Rendezvous - Die Spur führt nach Palma" (2002), "Ein Mann für den 13ten", "Gelübde des Herzens", "Rotlicht - Im Dickicht der Großstadt" (alle 2003), "Zwei Männer und ein Baby" (2004), "Große Haie - kleine Fische" (2004, Sprecherin), "Andersrum", "Martin Paris - Magier des Verbrechens" (beide 2005), "Der Zauber des Regenbogens" (2006), "Mitten im Leben" (Comedyserie), "Ich leih' mir eine Familie", "Liebe ist das schönste Geschenk" (alle 2007), "Fred Vargas: Der vierzehnte Stein", "Polizeiruf 110 - Schatten" (beide 2009).

Sandra Speichert im Interview (1997)

Prisma: Sandra, Sie haben Ihre langen braunen Haare abgeschnitten. Ein radikaler Imagewechsel?
Sandra Speichert: Das ging etappenweise, erst nur ein bißchen und dann ganz kurz. Ich wollte mich einfach nicht mehr hinter den Haaren verstecken. Jetzt sieht man mein Gesicht besser, und vielleicht kommt damit auch mehr vom Charakter zum Vorschein.

Prisma: Dieses Jahr sind Sie von einer Zeitschrift zur erotischsten Frau im deutschen Fernsehen gewählt worden...
Speichert: ... ach, ja, das freut mich zwar, aber ich bin kein Sex-Symbol. Mit dieser Einschätzung liegen die völlig falsch. Ich seh' nicht aus wie der letzte Eimer, aber ich hab keine Idealmaße. Deswegen finde ich solche Bewertungen allenfalls lustig.

Prisma: Ist es denn ein Vorteil für eine Schauspielerin, so hübsch zu sein, oder eher ein Handicap?
Speichert: Natürlich hab" ich meinem Äußeren viel zu verdanken. An dieser Stelle: tausend Dank, Mami und Papi! Aber Aussehen allein bringt es eben nicht, im Gegenteil: Wer gut aussieht, muß doppelt beweisen, daß er auch etwas kann. Übrigens lasse ich mich auch gern schon mal in Filmen häßlich herrichten. Das wirkt oft glaubwürdiger. Nehmen Sie die Filme, in denen Frauen perfekt geschminkt und frisiert im Bett liegen. Das finde ich total lächerlich.

Prisma: Weshalb haben Sie sich für die Rolle in Nikolai Müllerschöns "Frucht der Gewalt" entschieden?
Speichert: Ganz klar, weil ich wußte, daß Uschi Glas mitmacht. Die ist so echt, daß man es fühlt. Aber auch wegen Nikolai. Ich muß mich bei einem Regisseur sicher fühlen, sonst bringe ich nichts aus mir heraus. Und hier hatten wir einen sehr guten Draht.

Prisma: Was war schwierig daran, sich in die Figur der Filmtochter hineinzuversetzen, die gegen den Willen der Mutter ihren Vater ausfindig machen will?
Speichert: Da ist eine Szene, in der Uschi und ich ziemlich hart aneinandergeraten. Ich hatte Angst, diese Aggressivität auszuspielen. Aber es mußte sein, denn ohne die Szene wäre die Wahrheit in der ganzen Geschichte nicht ans Licht gekommen.

Prisma: Für Ihr Talent haben Sie 1994 den Romy- Schneider-Nachwuchspreis bekommen. Vorschußlorbeeren, oder sind Sie auf dem Teppich geblieben?
Speichert: Also, ich bin noch immer sehr kritisch mit mir selbst. Wenn ich mich in Filmen sehe, erkenne ich sofort, was ich noch hätte besser machen müssen.

Prisma: Prasseln seit dem Preis die Angebote nur so ins Haus?
Speichert: Ich habe zur Zeit mehrere zur Auswahl, überwiegend Fernseh-Movies. Aber erstmal drehe ich den "Campus", Sönke Wortmanns neuen Kinofilm, zu Ende. Da bin ich eine Studentin, die mit dem Professor was anfängt. Heiner Lauterbach ist auch dabei. Und dann kommt ein englischsprachiger Vierteiler, das ist mal was ganz Neues für mich.


Zur Filmografie von Sandra Speichert
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