Charles Brauer

Charles Brauer und Heidelinde Weis werden zum
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Charles Brauer und Heidelinde Weis werden zum Liebespaar
Charles Knetschke
Geboren: 03.07.1935 in Berlin, Deutschland

Zusammen mit Manfred Krug war Charles Brauer über 15 Jahre und 38 Folgen lang ein "Tatort"-Traumduo. Charakterlich ergänzten sich Stöver und Brockmöller ideal, überzeugten durch Wortwitz und trockenem Humor und spielten munter das Spiel "guter Polizist, böser Polizist" um den Fall zu lösen. Einzigartig war das Team aber nicht nur bei den Ermittlungen, sondern auch durch ihre Gesangseinlagen, die - auf CD gespresst - den singenden Ermittlern eine goldene Schallplatte einbrachten.

Das auch ein Traumteam mal einen Fehlgriff macht, bewiesen Manfred Krug und Charles Brauer nach ihrer Pensionierung als Hamburger "Tatort"-Kommissare. Als singendes Ermittlerduo standen sie mehrfach für die Telekom vor der Kamera und lieferten über einen längeren Zeitraum locker-flockige Werbebotschaften über den Äther. Dass sich gerade die auf diese Weise beworbene Volksaktie der Telekom als absoluter Flop erwies, lässt einen über die Werbewirksamkeit von TV-Vorbildern nachdenken.

Weniger fraglich sind Charles Brauers Erfolge als Hörbuchsprecher und auch seine schauspielerische Leistung, die leider nur allzu gerne auf den "Tatort" reduziert wird, steht außer Frage. Bereits mit elf Jahren stand Charles Knetschke, wie er damals noch hieß, vor der Kamera. Unter der Regie von Gerhard Lambrecht spielte er die Titelrolle im Nachkriegsfilm "Irgendwo in Berlin". Er war gerade mal 16 Jahre alt, als er sich dazu entschloss professioneller Schauspieler zu werden und sich an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin ausbilden ließ. Er nahm den Mädchennamen seiner Mutter an (Brauer), beendete seine Ausbildung und erhielt ein erstes Engagement in Hamburg, wo er nach einigen Jahren am "Jungen Theater" von Gustaf Gründgens ans Deutsche Schauspielhaus geholt wurde. 20 Jahre lang gehörte er dort zum festen Ensemble, spielte klassische und moderne Rollen und arbeitete nach Gustaf Gründgens mit vielen anderen bekannten Intendanten, Regisseuren und Kollegen zusammen. Nachdem er das Deutsche Schauspielhaus verlassen hat, hat er verschiedene Engagements an nahezu allen großen deutschen Theaterhäusern.

Von Beginn seiner Karriere gelingt es ihm seine Arbeit auf der Bühne und vor der Kamera aufeinander abzustimmen. In beiden Bereichen ist er erfolgreich und kann auf eine große Zahl an Engagements verweisen. Einer seiner ersten großen Fernseh-Erfolge ist "Familie Schölermann". Zwischen 1954 und 1960 ist diese Serie nicht nur ein Gassenhauer, sondern auch die Mutter aller deutschen Familienserien. In 111 Folgen stand Charles Brauer als ältester Sohn Heinz Schölermann vor der Kamera. Gedreht wurde die Serie nicht wirklich - vielmehr war es eine Liveübertragung, die alle zwei Wochen gesendet wurde.

Zwischen TV-Unterhaltung, gediegener Serienkost und hochklassigen Filmen liefert Charles Brauer alles ab, was auf dem Bildschirm und der Leinwand zu sehen ist. Man sieht ihn in "Der Stoff, aus dem die Träume sind" (1972) oder in "Der kostbare Gast" (1979) und neben Heinz Rühmann in "Ein Zug nach Manhattan" (1981). Aber auch in Gastrollen in "Der Fahnder", "Ein Fall für Zwei" oder "Derrick". Serienhauptrollen spielt er in "Unser Lehrer Doktor Specht" (1992), "Frauenarzt Dr. Markus Merthin" und in über 100 Folgen in "Samt und Seide", der Familiengeschichte hinter einem Augsburger Textilunternehmen.

In den letzten Jahren macht er sich ein bisschen rar, was den Bildschirm angeht. Zwar sieht man ihn hin und wieder in einigen Komödien und Schmonzetten wie "Rosamunde Pilcher - Über den Wolken" (2005), "Der See der Träume" (2006), "Liebe ist das schönste Geschenk" (2007) und "Utta Danella - Das Geheimnis unserer Liebe" (2008), aber im großen und ganzen konzentriert er sich auf das Theater und die Produktion von Hörbüchern. Seine Sprecher-Karriere begann er schon recht früh. 1964 lieh er für die erste Hörspiel-Vertonung von Karl Mays "Der Schut" dem Kara Ben Nemsi seine Stimme. Seither hat man Charles Brauer auch als Synchronsprecher kennengelernt.

Weitere Filme und Serien mit Charles Brauer: "Und wieder 48" (1948), "Der Kampf der Tertia" (1952), "Reifende Jugend", "Alibi" (beide 1955), "Ist Mama nicht fabelhaft?" (1958), "Der Mann, der sich verkaufte" (1959), "Am Abend ins Odeon" (1961), "Annoncentheater - Ein Abendprogramm des deutschen Fernsehens im Jahre 1776", "Der Walzer der Toreros" (beide 1962), "Don Gil von den grünen Hosen", "Das Gespenst von Canterville" (beide 1964), "Intercontinental-Express", "Die Chinesische Mauer" (beide 1965), "Geibelstraße 27" (1966), "Über den Gehorsam. Szenen aus Deutschland", "Affäre Dreyfuss" (beide 1968), "Hamburg Transit - Ticket nach Rio" (1970), "Maestro der Revolution" (1971), "Doppelspiel in Paris" (1972), "Eine geschiedene Frau" (Mehrteiler), "Kein Grund zur Unruhe", "Die Verrohung des Franz Blum", "Die Jungfrau von Orleans" (alle 1974), "Geburtstage" (TV-Serie, 1976), "Generale - Anatomie der Marneschlacht" (1977), "Drei Freundinnen" (1979), "Sierra Madre" (1980), "Familientag", "Tatort - Grenzgänger" (beide 1981), "Das Zweite Gesicht", "Schlaflose Tage", "Neonstadt" (alle 1982), "Die Frau ohne Körper und der Projektionist", "Der Millionen-Coup", "Der Mann, der keine Autos mochte", "Weltuntergang" (alle 1984), "Jenseits der Morgenröte", "Wodzek", "Raoul Wallenberg", "Tatort - Zahn um Zahn" (alle 1985), "Zerbrochene Brücken", "Christian Rother - Bankier für Preussen", "Die Geduld der Rosa Luxemburg", "Die Zwei Gesichter des Januar" (alle 1986), "Tiger, Löwe, Panther", "Untergrund", "Affäre Nachtfrost", "Der Atem" (alle 1989), "Abenteuer Airport" (1990), "Tassilo - Ein Fall für sich", "Peter Strohm" (TV-Serie, beide 1991), "Spurlos", "Wolffs Revier" (TV-Serie, beide 1993), "Cornelius hilft", "Briefgeheimnis", "Die Kommissarin" (TV-Serie, alle 1994), "Mona M. - Mit den Waffen einer Frau" (TV-Serie), "Max Wolkenstein", "Willi und die Windzors" (alle 1996), "Das Phantom von Bonn" (1997), "Die Angst in meinem Herzen" (1999), "Ab ins Paradies" (2001), "Unser Papa - das Genie", "Liebe ist die beste Medizin" (beide 2002), "Lotti auf der Flucht" (2003), "Der See der Träume" (2006), "Lutter - Toter Bruder", "Hilfe, meine Schwester kommt!", "Echte Wiener - Die Sackbauer-Saga" (alle 2008).

Die "Tatort"-Folgen als Hauptkommissar Peter Brockmöller: "Leiche im Keller", "Tatort - Tod auf Eis" (beide 1986), "Tod im Elefantenhaus", "Tatort - Voll auf Hass" (beide 1987), "Tatort - Spuk aus der Eiszeit", "Tatort - Pleitegeier" (beide 1988), "Schmutzarbeit", "Armer Nanosh" (beide 1989), "Lauf eines Todes", "Zeitzünder" (beide 1990), "Tatort - Finale am Rothenbaum", "Tatort - Tod eines Mädchens" (beide 1991), "Blindekuh", "Experiment", "Tatort - Stoevers Fall" (alle 1992), "Amoklauf", "Um Haus und Hof" (beide 1993), "Ein Wodka zuviel", "Singvogel" (beide 1994), "Tod eines Polizisten", "Tödliche Freundschaft", "Der König kehrt zurück" (alle 1995), "Tatort - Tod auf Neuwerk", "Fetischzauber", "Lockvögel", "Parteifreunde" (alle 1996), "Tatort - Ausgespielt", "Mord hinterm Deich", "Tatort - Undercover-Camping" (alle 1997), "Arme Püppi", "Tatort - Schüsse auf der Autobahn" (beide 1998), "Habgier" , "Traumhaus", "Tatort - Der Duft des Geldes" (alle 1999), "Blaues Blut", "Tatort - Rattenlinie", "Der schwarze Skorpion" (alle 2000), "Tod vor Scharhörn" (2001).

Zur Filmografie von Charles Knetschke
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