Ein alter Mann wird erstochen auf einem Autobahnparkplatz bei Stillhorn aufgefunden. Der Tote wird als Otto Wissing identifiziert, ein Landarbeiter aus dem niedersächsischen Evershorst, der seit vielen Jahren im benachbarten Kloster St. Marien als Tierpfleger arbeitet. Als Stoever und Brockmöller vor Ort mit ihren ersten Ermittlungen beginnen, stellen sie schnell fest, dass der Tote als unbequemer Einzelgänger galt, der mit dem Abt des Klosters im Streit war, weil er gegen den geplanten Verkauf des Klosterberges war. Ein ungeheuerlicher Verdacht kommt auf: Hat Abt Zumbrink etwas mit dem Tod des alten Mannes zu tun? Dubios ist auch die Rolle des scheinbar ehrbaren Politikers Alfred Löhden, einem Ziehsohn des Abtes. Stoever und Brockmöller wird klar, dass sie den Fall nur lösen können, wenn sie getrennt ermitteln. Stoever wird undercover im Kloster als Bruder Paul aktiv, während Brockmöller offiziell allein die Ermittlungen weiter führt ...

"Tatort"-Routinier Hartmut Griesmayr ("Tatort - Haie vor Helgoland", "Tatort - Schüsse auf der Autobahn") drehte diesen Krimi, in dem Manfred Krug sogar undercover ermitteln darf - und die Klsoterbruder-Verkleidung passt sogar hervorragend zu seiner Frisur! Allerdings ist schon im Untertitel dieser Episode, für die Raimund Weber ("Tatort - Tod auf Neuwerk", "Tatort - Die Anwältin") das Drehbuch lieferte, ein Hinweis enthalten, in welche Richtung die Auflösung des Falles läuft. Als "Rattenlinie" werden die Fluchtrouten von NS-Kriegsverbrechern und NS-Parteibonzen bezeichnet, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit Hilfe des Vatikans und später amerikanischer Geheimdienste und Militärs meist über Italien nach Südamerika flüchten konnten und sich so der Gerichtsbarkeit der Siegermächte entzogen.

Foto: NDR/Manju Sawhney