Hartmut Menkhaus erkennt für Sekunden ein Gesicht wieder, das er nie vergessen konnte: Es ist Martin Scholko, der Mann, dem Menkhaus elf Jahre Bautzen zu verdanken hat. Kurz nach dieser Begegnung wird Astrid Nicolay tot aufgefunden - eine ehemalige Sekretärin des Transportunternehmers Peter Kurbis, für den auch Scholko gearbeitet hatte ...

Dies ist der erste von zwei "Tatorten", die Regisseur Stanislav Barabas mit dem Ermittler-Duo Krug/Brauer in Szene setzte. Das Drehbuch, das tief in die deutsch-deutsche Vergangenheit der Zeit des "Eiseren Vorgangs" zurückreicht, verfasste der Leipziger Schriftsteller Erich Loest ("Tage des Sturms", "Nikolaikirche"), der wegen seiner Kritik an der politischen Führung der DDR sieben Jahre im Zuchthaus Bautzen saß und 1981 in den Westen übersiedelte. Loest stellte dem Duo Krug/Brauer hier Pia Podgornik als junge Kollegin an die Seite, die - wie so oft in der "Tatort"-Geschichte - endlich auch einmal einen weiblichen wie attraktiven Gegenpart zu dem von Männern beherrschten Ermittler-Apparat geben sollte. Leider währte das Gastspiel nur eine Folge lang.

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