Wolfgang Menge

Schon zu Lebzeiten eine Legende: Journalist und
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Schon zu Lebzeiten eine Legende: Journalist und Drehbuchautor Wolfgang Menge
Wolfgang Menge
Geboren: 10.04.1924 in Berlin, Deutschland
Gestorben: 17.10.2012 in Berlin, Deutschland

Er war einer der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen TV-Geschichte und schon zu Lebzeiten eine Legende: der Journalist und Drehbuchautor Wolfgang Menge, Begründer des deutschen TV-Krimis ("Stahlnetz") und Autor der gefeierten Familienserie "Ein Herz und eine Seele".

Seine berufliche Laufbahn begann Menge 1949 als Journalist beim "Hamburger Abendblatt", in den Fünfzigerjahren war er als Auslandsreporter für "Die Welt" in Ostasien unterwegs und fuhr als erster Deutscher nach dem Krieg mit der Transsibirischen Eisenbahn. Bereite Ende der Fünftigerjahre, nach seiner Rückkehr nach Deutschland, begann Menge Drehbücher zu schreiben. Er lieferte Erfolge, die bald schon Fernsehgeschichte schrieben.

So stammten viele Vorlagen der legendären TV-Krimiserie "Stahlnetz" aus seiner Feder, die von Regisseur Jürgen Roland inszeniert wurden. "Stahlnetz" war von Anfang an ein Straßenfeger - in Ost und West. Das Fernsehen der ehemaligen DDR in Berlin Adlershof reagierte schnell auf diesen Erfolg und schuf das ostdeutsche Pendant "Blaulicht". Beide Krimireihen kamen in Ost und West beim Zuseher sehr gut an, ebenso wie der "Tatort"-Ermittler Kressin alias Sieghard Rupp, den Menge mit dem Krimi "Tatort - Kressin und der tote Mann im Fleet" 1971 einführte.

Aufsehen erregte Menge zuvor auch mit seinem visionären Fernsehspiel "Das Millionenspiel" (1970) und zwei Jahre später mit seinem fiktiven Dokumentar-Thriller "Smog" (1972). Menges größter Erfolg war jedoch die satirische Familienserie "Ein Herz und eine Seele" (1973–1976), mit der sein Hauptdarsteller Heinz Schubert, der als "Ekel" Alfred Tetzlaff zu sehen war, deutsche Fernsehgeschichte schrieb. Ekel Alfred hielt den Westdeutschen den Spiegel vor und Motzki spaltete 1993 die gerade frisch vereinte Nation. Kaum ein deutscher Fernsehzuschauer, der nicht Menges Fernsehkunst kennt.

Neben seiner Tätigkeit als Drehbuchautor war Menge von 1974 bis 1982 einer der Moderatoren der von ihm ins Leben gerufenen Radio Bremen-Talkshow "III nach 9", wo der als unbequemer Zeitgenosse geltende Menge oft mit bissigen Kommentaren glänzte. Der radikal-demokratische Fernsehmann ließ sich nie auf Schubladen-Denken ein und war darüber hinaus auch als Restaurantkritiker unterwegs. Für seine Arbeit wurde er mehrfach mit dem Grimme-Preis und dem Fernsehpreis ausgezeichnet. Wolfgang Menge verstarb am 17. Oktober 2012 im Alter von 88 Jahren.

Die "Stahlnetz"-Krimis von Wolfgang Menge: "Die blaue Mütze", "Bankraub in Köln", "Das zwölfte Messer", "Mordfall Oberhausen", "Sechs unter Verdacht", "Die Tote im Hafenbecken" (alle 1958), "Das Alibi", "Aktenzeichen: Welcker u.a. - Anklage wegen Mordes", "Treffpunkt Bahnhof Zoo" (alle 1959), "E 605", "Die Zeugin im grünen Rock", "Verbrannte Spuren" (alle 1960), "In der Nacht zum Dienstag", "Saison" (beide 1961), "Spur 211" (1962), "Das Haus an der Stör" (1963), "Rehe", "Strandkorb 421" (beide 1964), "In der Nacht zum Ostersonntag" (1965), "Der fünfte Mann" (1966), "Ein Toter zu viel" (1968), "Der Spanner", "Die Zeugin" (beide 1998).

Die Kressin-Tatorte nach Wolfgang Menge: "Tatort - Kressin stoppt den Nordexpress", "Tatort - Kressin und der Laster nach Lüttich" (beide 1971), "Tatort - Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer" (1972). Weitere Filme und Serien nach Wolfgang Menge: "Der rote Kreis" (1959), "Mann im Schatten", "Der grüne Bogenschütze" (beide 1961), "Der Sittlichkeitsverbrecher" (1962), "Eines schönen Tages", "Polizeirevier Davidswache" (1964), "Der deutsche Meister", Die Dubrow-Krise", "Der Partyphotograph" (alle 1968), "Tatort - Stuttgarter Blüten" (1972), "Tatort - Gefährliche Wanzen" (1974), "Grüß Gott, ich komm' von drüben" (1978), "Reichshauptstadt privat" (1987), "Ende der Unschuld" (1991), "Spreebogen" (1992), "Kelly Bastian - Geschichte einer Hoffnung" (2001).

Foto: WDR/Herby Sachs

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