Ich bin verloren! Peter Lorre als Dr. Karl Rothe

Der Verlorene

KINOSTART: 01.01.1970 • Nachkriegsdrama • Deutschland (1951) • 93 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Der Verlorene
Produktionsdatum
1951
Produktionsland
Deutschland
Filmstudio
Arnold Pressburger Filmproduktion
Laufzeit
93 Minuten
Regie
Music
Willy Schmidt-Gentner
Kamera
Václav Vích

Dr. Karl Rothe entwickelt in den letzten Kriegsjahren ein bedeutsames Impfserum. Seine Verlobte leitet die Forschungsergebnisse heimlich ans Ausland weiter. Als sie Rothe den Verrat beichtet und er zudem erfahren muss, dass sie ein Verhältnis hat, kommt es zu einer Kurzschlusshandlung: Er tötet die Frau, die er liebt. Voller Reue erwartet Rothe seine Strafe, doch der Vorfall wird vertuscht. Den Nazis sind seine Forschungen wichtiger als Rothes Wunsch nach Sühne. Aber kann er mit der Schuld leben?

Nach seinem 14-jährigen Exil kehrte der Schauspieler Peter Lorre um 1950 nach Deutschland zurück. In Hollywood hatte er mit den größten Regisseuren zusammen gearbeitet, darunter mit Alfred Hitchcock ("Der Geheimagent"), Josef von Sternberg ("Schuld und Sühne"), John Huston ("Die Spur des Falken"), Frank Capra ("Arsen und Spitzenhäubchen") und Michael Curtiz ("Casablanca"). In Deutschland realisierte er nun in seinem ersten Film als Regisseur ein sehr persönliches Projekt. Inspiriert wurde Lorre von Aufzeichnungen des befreundeten Berliner Reporters Egon Jacobson, der die Wahrheit über den mysteriösen Selbstmord eines Lagerarztes herausfinden wollte, der zuvor seinen Assistenten getötet hatte. Von Jacobson stammte auch die Reportage, die Fritz Lang die Vorlage zu seinem Thriller "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gab, der Peter Lorre weltberühmt machte. Die eindringliche expressionistische Atmosphäre von Langs Film prägt auch Lorres Werk. Obwohl der Film 1951 als offizieller Beitrag in Venedig lief und den Deutschen Filmpreis bekam, verschwand er nach nur zehn Tagen aus den Kinos. Das Publikum wollte lieber bunte Komödien wie "Schwarzwaldmädel" sehen als Lorres beklemmend-konsequente Schwarzweißparabel über Schuld, Verdrängung und Sühne. Verbittert emigrierte Lorre noch im Dezember 1951 erneut in die USA, lediglich mit einem Kulturbeutel und einer entwendeten Kopie des "Verlorenen" als Reisegepäck. Bis zu seinem Tod spielte Peter Lorre noch in 19 Hollywood-Produktionen mit, darunter in Filmen von Roger Corman, Rouben Mamoulian und Jacques Tourneur.

Foto: Kinowelt

Darsteller

Gisela Trowe
Peter Lorre
Weitere Darsteller
Karl John Helmuth Rudolph Johanna Hofer Renate Mannhardt Eva Ingeborg Scholz Peter Ahrweiler Richard Münch Lotte Rausch Kurt Meister Hansi Wendler Alexander Hunzinger Josef Dahmen Hans Fitz Kurt Fuß Joachim Hess Hans Schmitz Georg Siebert Horst von Otto

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