Seit 2006 läuft die RTL-Soap "Alles was zählt" im TV. Die Jubiläumsfolge wird romantisch und dramatisch. Ob es wirklich zur Traumhochzeit von Jenny und Deniz kommt, ist unklar. Viel Spannung versprechen die "AWZ"-Macher auch für den Rest des Jahres.

Es begann mit einem banal klingenden Mädchentraum: Diana wollte Eiskunstläuferin werden. Das war im Jahr 2006. Anschließend verfolgten Millionen Deutsche ihr Schicksal, durchlebten mit ihr Höhen und Tiefen. Auch zwölf Jahre später kann man, wenn man rechtzeitig vor dem TV-Gerät sitzt, noch einen Blick in ihr Leben werfen. Die Rede ist nicht von einer Person des öffentlichen Lebens oder gar einer Olympionikin, sondern von der Serienfigur Diana Sommer, gespielt von Tanja Szewczenko.

Mit ihr begann die Geschichte der täglichen RTL-Serie "Alles was zählt", die bald auf 3000. Folgen zurückblicken kann. Am Mittwoch, 15. August, 19.05 Uhr, wird Jubiläum gefeiert – und das mit einem besonderen Fest, denn in der Folge gibt es eine Hochzeit. Oder doch nicht?

Jenny Steinkamp (Kaja Schmidt-Tychsen) und Deniz Öztürk (Igor Dolgatschew) sollten sich in der Jubiläums-Folge das Jawort geben. Ob es wirklich dazu kommen wird, ist noch nicht klar. In einem kurzen Trailer sieht man die Hochzeitsgäste freudig plaudern, dann fällt plötzlich ein Schuss. "Rottmann ist aus dem Gefängnis ausgebrochen", heißt es.

Kurz darauf sieht man die Braut weinend am Boden. Eine Albtraumhochzeit, wie sie für den Serienfan nicht schöner sein könnte: Denn hier erreichen die Intrigen, das Drama und die Emotionen einen neuen Höhepunkt.

Joachim Kosack, Geschäftsführer der UFA Serial Drama, erklärt, es sei damals wie heute wichtig, ein "einzigartiges Format zu kreieren, das ein klares Versprechen" an den Zuschauer und ein Alleinstellungsmerkmal vorweisen könne. "Im Zentrum der Serie standen damals ganz klar die Themen Sport, Musik und der Kampf um einen Traum", erinnert er sich. Nach einer kurzen thematischen Unterbrechung in der Serie steht heute wieder der Eissport im Fokus. Daneben ist es vor allem die Alltagsnähe der Figuren, die das Format ausmachen. "Alles was zählt" hat einen besonders hohen Identifikationsfaktor – ein Merkmal, das auch die anderen RTL-Dauerbrenner "Unter uns" und ganz besonders auch "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" prägt.

Viele Zuschauer fühlen sich nach so vielen Jahren fast schon verbunden mit den Serienfiguren. Manch eine, wie beispielsweise Tatjana Clasing als Simone Steinkamp, Silvan-Pierre Leirich als Richard Steinkamp oder eben – auch wenn sie eine Pause einlegte – Tanja Szewczenko als Diana Sommer kennt man nun seit zwölf Jahren, sie tragen die Serie, sind verlässliche Komponenten. Weiter bindet man den Zuschauer mit einer extrem hohen Frequenz an aufregenden Ereignissen und Wendungen, zudem liefert die PR zahlreiche Hintergrundinformationen über die Schauspieler. Wer bekommt ein Kind? Wer heiratet? Und wer plaudert ein paar lustige Details zum Dreh aus?

Emotionalität und Informationsdichte schaffen Nähe, lassen die Zuschauer zu treuen Fans werden, was auch die Quoten beweisen. Zwar sanken die Werte, wenn man sich die gesamte Historie seit 2006 anschaut, doch das scheint hinsichtlich der steigenden Konkurrenz und dem Wandel der TV-Landschaft eine normale Entwicklung zu sein. Vor zehn Jahren, 2008, schalteten durchschnittlich 2,94 Millionen Zuschauer ab drei Jahren ein. Das waren 17,6 Prozent der Zielgruppe zwischen 14- und 49 Jahren, und 2008 bleibt damit bis heute das Rekordjahr für "Alles was zählt". 2015 schalteten im Durchschnitt noch 2,14 Millionen ein, 2016 nur noch 2,07 Millionen. 2017 sank die Einschaltquoten nur minimal: Durchschnittlich saßen 2,07 Millionen vor dem Fernseher. Das sind 13,6 Prozent der Zielgruppe zwischen 14- und 49 Jahren, womit die Serie deutlich über dem RTL-Senderschnitt von 12,2 Prozent (2017) lag.

Dass der Schnitt nicht einbricht, liegt womöglich auch an der stetigen Qualitätskontrolle. "Die Serie up to date zu halten, ist ein ständiger Prozess, bei dem man immer wieder überprüft, ob die Geschichten und Figuren die Zuschauer bewegen und begeistern, ob visuelle Umsetzung und Musik zeitgemäß sind, ob Sets, Kostüme und Maske aktuell sind, und, und, und", erklärt die RTL-Redakteurin Katharina Katzenberger. "Nach zwölf Jahren hatten wir alle das Gefühl, es sei Zeit für einen ganz neuen Ansatz", verkündet sie vor dem Jubiläum. Fans können aufatmen, es handelt sich nicht um eine Umstrukturierung der Serie, sondern lediglich um einen neuen Vorspann. Dieser wird "noch näher an unseren Schauspielern und ihren Emotionen" sein.

"Bis heute transportiert AWZ die Botschaft – Alles ist möglich, wenn man an seine Träume glaubt und weiß, wofür man kämpft", macht Joachim Kosack klar. "Wir sind aber überzeugt, dass es heute nicht mehr nur um Siegertum geht. Auch der Traum von einer intakten Familie, einer beruflichen Weiterentwicklung etc. sind heutzutage Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt." Das "Ich schaffe das allein"-Gefühl sei nicht mehr zeitgemäß. Vielleicht eine der wichtigsten Botschaften, die in der Serie versteckt sind.

Langweilig wird es also auch nach zwölf Jahren bei "Alles was zählt" nicht werden. Dafür sorgen neue Höhepunkte, wie Katzenberger verrät: "Das Highlight des Winters wird unsere Weltmeisterschaft, bei der sich ein völlig unerwartetes Team daran macht, die Eislaufwelt aufzumischen ... Plus: Wir werden eine neue Location haben – ein Beauty Spa!"


Quelle: teleschau – der Mediendienst