Grandios, was Heino Ferch uns am Samstagabend liefert: Er verkörpert den Johann Friedrich von Allmen, einen angesehenen und äußerst stilsicheren Kunstdetektiv derart exzellent, dass man schon sehr genau hinsehen und hinhören muss, um ihm ein unpassendes Detail anzukreiden. Das gelingt nur einem Schweizer Bildfälscher, der nicht auf Allmens französische Machart hereinfällt – und dem Kunstdetektiv fortan eng verbunden ist.

Doch der Reihe nach: Schnell sind drei Menschen tot. Und auf seiner sehr kostspieligen Reise nach Frankreich, zu der Johann Friedrich von Allmen von der schönen Psychologin Dalia Scheidegger (Katharina Schüttler) eng begleitet wird, knallt es noch einmal – der vierte Tote. Doch das scheint von Allmen nahezu genauso wenig zu interessieren, wie das gleich massenhaft zerstörte kostbare Hotelinventar. Einzig sein verlorener Manschettenknopf macht von Allmen zu schaffen.

Dabei muss sich der Kunstdetektiv gar nicht um derartige Angelegenheiten sorgen. Er hat ja Carlos (Samuel Finzi), seinen treuen Diener, der von Allmen nicht nur in dessen Schnüffelarbeit höchst loyal unterstützt, sondern auch stets penibel auf dessen Garderobe achtet. Und sich zuweilen auch um die Verköstigung kümmert. Denn Regisseur Thomas Berger inszeniert den Hauptdarsteller als Cognac-Genießer sowie als Liebhaber von ausgezeichneter Bouillabaisse und von perfekt temperiertem Sancerre. Beides selbstverständlich serviert von Carlos.

"Man scheucht das Wild nicht auf, indem man leise ist", weiß von Allmen sehr genau. Und hat dabei einen klaren Plan, wie er der sehr vermögenden Dahlia Gutbauer (Erni Mangold) ihr berühmtes Dahlien-Gemälde wiederbeschaffen kann. Daran hindert ihn schließlich auch der fünfte Tote nicht. Sehr sehenswert!