In dem ARD-Film "Schwarzbrot in Thailand" wandern zwei frisch gebackene Rentner in ein vermeintliches Paradies aus, müssen aber schon bald feststellen, dass das neue Leben gar nicht so einfach ist.

Der Plan ist perfekt: Tanja (Marie Gruber) und Ottmar (Veit Stübner) wollen ihre Rente in Thailand verbringen. Herrliches Wetter, günstige Lebenshaltungskosten und tausende Kilometer von der früheren Arbeit in der eigenen Bäckerei entfernt. In der Praxis sieht das Ganze dann wenig idyllisch aus, denn so ein ganz und gar sorgloses Rentner-Dasein liegt eben nicht jedem: Ottmar kribbelt es in den Fingern, und er möchte "Schwarzbrot in Thailand" produzieren – und sorgt damit für eine folgenschwere Ehekrise.

Plötzlich haben die Rentner jede Menge Zeit, die sie miteinander verbringen könnten. Doch da die Interessen unterschiedlich sind und die Kompromissbereitschaft nur bedingt ausgesprägt ist, fangen die beiden an, nebeneinanderher zu leben. Vor allem Ottmar möchte gerne wieder arbeiten und beschließt mit seinem neuen Kumpel Max (Rolf Kanies) eine deutsche Bäckerei aufzumachen. Schließlich wimmelt es in Thailand von Rentner und Touristen: "Und die wollen alle irgendwann keinen Reis mehr essen, die wollen Brot. Deutsches Brot", weiß Max.

Wenn der Tatort um 2 Uhr nachts kommt

Die Herausforderung, in einem anderen Land, fernab von den Freunden, dem Alltag und der Familie zu leben, haben Ottmar und Tanja unterschätzt. Die gemeinsame Zukunft und das gerade neu begonnene Auswanderer-Leben geraten in Gefahr, als Ottmar sich gewaltig über den Tisch ziehen lässt.

In einem etwas zu langen Showdown versucht der Rentner seine Frau zurückzugewinnen und sein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Das passiert mit reichlich Witz und einfallsreichen Pointen, sodass der Zuschauer darüber hinwegsehen kann, dass die Komödie bei der ein oder anderen Idee etwas über das Ziel hinausschießt. Vor allem die zwei Hauptdarsteller setzten ihre Figuren liebevoll und glaubwürdig um. Der Zuschauer zweifelt nicht daran, dass der Tag der Rentner gerettet ist, als sie feststellen, dass deutsches Fernsehen funktioniert ... Doch dann verzweifeln sie, weil der "Tatort" aufgrund der Zeitverschiebung um 2 Uhr nachts kommt.

Dass das plötzliche Leben als Rentner nicht nur wundervolle Freizeit mit sich bringt, sondern eine Lebensumstellung ist, auf die man sich einlassen muss, zeigt Regisseur Florian Gärtner auf eine sehr unterhaltsame und einfühlsame Weise.


Quelle: teleschau – der Mediendienst