"Es kommt auf ein gutes Drehbuch an, so dass man nicht so tun muss, als wäre man 40." Dieser Satz von Arnold Schwarzenegger über seine Rolle als Terminator im fortgeschrittenen Alter stimmt nur zur Hälfte. Im fünften Teil der Maschinenkrieg-Saga "Terminator" darf seine legendäre Roboter-Figur zwar altern, ein tolles Drehbuch geht damit aber mitnichten einher. Die Idee: Der Krieg Maschinen gegen Menschen beginnt erneut, wirre Zeitsprünge machen Sarah Connor (Emilia Clarke) zum kampferprobten Robo-Zögling, und die Vernetzung unserer digitalen Welt fordert ihren unlogischen Tribut. Währenddessen reißt Arnie als selig gealterter T-800 seine Zoten, grinst herrlich künstlich daher und rettet das rasante Action-Spektakel mit entspanntem Humor.

Was, wenn die Geschichte eines Franchise nach vier Filmen nicht mehr viel hergibt? "Terminator: Genisys" führt es vor: Man holt mit Arnold Schwarzenegger eine globale Kultfigur zurück ins Boot. Ergänzend stellt man der Legende mit "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke eine aufstrebende Seriendarstellerin an die Seite. Dazu ein begehrtes zwielichtiges Gesicht (Jason Clarke, der nicht mit Emilia Clarke verwandt ist, als John Connor) sowie einen umjubelten Oscargewinner als abgehalfterte Nebenfigur (J. K. Simmons, "Whiplash").

Wie aber die Erzählung mit neuen Darstellern fortsetzen, ohne ein Remake zu kreieren? Die einfache Antwort: Zeitreisen! Zum Glück sieht "Terminator" selbige seit dem ersten Teil vor und nutzt sie seitdem auch ausgiebig. In "Genisys" nun am radikalsten: Die Ur-Story von "Terminator" (1984) wird einfach noch einmal von vorn erzählt.

Das Handlungsgerüst: Wir schreiben 2029, der Kampf der Menschen gegen die vom Supercomputer Skynet gesteuerte Robo-Armee tobt unerbittlich. Rebellenführer John Connor bekommt Wind davon, dass der Schurkenrechner eine Killermaschine in die Vergangenheit schicken will, um seine Mutter Sarah Connor zu töten. Also sendet er seinen Kumpel Kyle Reese (Jai Courtney) ins L.A. des Jahres 1984, damit er ihn und die Menschheit rette. Doch in der Vergangenheit ist alles anders als erwartet.

Emilia Clarke schlägt sich als Sarah Connor zwar passabel, wirkt aber zu harmlos, um Linda Hamilton das Wasser zu reichen. Indes geht Jai Courtney höchstens als eine Art Latte-Macchiato-Version von Kyle Reese durch, und John-Connor-Darsteller Jason Clarke agiert fürchterlich übertrieben. Arnold Schwarzenegger dagegen spielt seinen T-800 in gewohnter Gelassenheit und mit süffisanter Ironie. Arnie Terminator mit grauen Haaren – das ist fast ebenso herrlich wie sein gezwungenes Grinsen.

ProSieben zeigt das Werk von Regisseur Alan Taylor jetzt als Wiederholung, direkt im Anschluss um 22.50 Uhr steht "Terminator – Die Erlösung" (2009) auf dem Programm.


Quelle: teleschau – der Mediendienst