Maskenbildner schminken in der Vox-Sendung "The Story of my Life" Prominente alt. Nach dem Quotenfehlstart mit Boris und Lilly Becker, legten Massimo Sinató und Rebecca Mir noch eine Schippe Stumpfsinn drauf.

Wie sieht das Leben im Rückspiegel aus? Haben sich die Träume erfüllt? Und sind die Ziele erreicht? All das wollten Rebecca Mir (25) und Massimo Sinató (36) in dem TV-Experiment mit Moderatorin Désirée Nosbusch herausfinden. Der Blick auf das zukünftige "Ich" hatte durchaus das Potenzial für berührendes Fernsehen. Mit ihrer Oberflächlichkeit ließen die Moderatorin und das Ehepaar tiefgründigen Gedanken allerdings meist keine Chance.

Kennenlernen bei "Let's Dance"


Seit zwei Jahren sind das Model Rebecca Mir und der Tänzer Massimo Sinató verheiratet. In der Tanzshow "Let's Dance" hatten sie sich 2012 kennengelernt und gemerkt, "dass wir perfekt zusammenpassen", sagte Mir. Die beiden seien wie zwei Puzzlestücke. Es überraschte nicht, als sie gestand, im Alltag kaum über das Älterwerden nachzudenken. "Ich denke lieber an die positiven Dinge." Die gemeinsame Zeit mit dem Partner dürfe man aber nie als selbstverständlich ansehen. So habe auch das Eheversprechen großen Wert für beide. Treue und Respekt kennen sie aus den eigenen Familien: Sinatós Eltern waren länger als drei Jahrzehnte verheiratet. Die Ehe von Rebeccas Mirs Großeltern hält seit fast 60 Jahren. "Meine größte Angst wäre es, am Ende alleine zu sein", gestand Sinató, als die Verwandlung begann.

Das Wiedersehen "25 Jahre später"


"So schön ihre Hülle ist, ich habe mich in ihren Charakter verliebt", hatte Sinató kurz zuvor noch gesagt. Dann folgte der Moment des Wiedersehens: das Model als 50-Jährige und der Tänzer als 61-jähriger Senior. Wie körperlich die Beziehung der beiden ist, zeigte sich schnell. Die beiden herzten, küssten und betatschten sich ungläubig. Aber das Niveau des Gesprächs sank. Eine "heiße Omi", nannte er Rebecca Mir (50). "Wenn Massimo mit 61 so aussieht, war er ein Glückstreffer", sagte die künstlich gealterte Mir. Als wäre das nicht oberflächlich genug gewesen, ritt Moderatorin Nosbusch auf den Kosenamen "Äffchen und Giräffchen" herum und fragte noch provokativ: "Hat Massimo denn immer noch diesen Knackpopo?"

Echte Tränen bei Rebecca Mir


Fast eine Stunde lang hatte das Promi-Ehepaar von der "wahren Liebe" gefaselt und laut über die mit Sicherheit lange, gemeinsame Zukunft nachgedacht. Wie ehrlich beide waren, wissen nur sie selbst. Doch als sich beide nach der zweiten Verwandlung wiedersahen, sorgte Rebecca Mir für den berührendsten Moment der Sendung. Sichtlich bewegt von dem Aussehen des 86 Jahre alten Massimo Sinató, kullerten dem Model Tränen über die faltigen Wangen.

Die witzigsten Kommentare


Zumindest für einige Lacher dürfte Massimo Sinató beim Zuschauer gesorgt haben. Der Tänzer fühlte sich mit der Frisur, die ihm die Maskenbildnerinnen für die Verwandlung zum 86-Jährigen gemacht hatten, an "einen Künstler oder einen Mafia-Boss" erinnert. Noch treffender war die Anspielung auf den Hollywood-Streifen "Planet der Affen". "Ich habe das Bedürfnis, Kekse zu backen", sagte Rebecca Mir, als sie in den Spiegel schaute.

Reichlich Schminke und flache Dialoge


Mindestens zwei Kinder wollen beide großziehen, war sich das Paar einig. Im letzten Schritt dann sahen sie sich als Greise wieder, um 50 Jahre gealtert. Und es folgte ein Dialog, der an Stumpfsinn nicht zu überbieten war: "Du siehst ganz anders aus", sagte Mir. "Nein, du siehst ganz anders", antwortete Sinató. Kurze Pause. Ungläubige Blicke. "Du bist ganz schön alt geworden", sagte Mir. "Nein, du bist ganz schön alt geworden", antwortete Sinató, als er auf das Alter von 86 Jahren geschminkt vor ihr saß. Désirée Nosbusch versuchte noch, der Situation ein wenig Sinn abzuringen. Sie tat das, was unter Moderatoren eher verpönt ist: Sie zog die "Was-denkst-du-gerade?"-Karte. Nur leider schienen die beiden zu überwältigt von dem Äußeren des Gegenübers zu sein. Auf Inhaltsleere folgten zumindest noch ein paar gefühlvolle Gedanken.

Die gemeinsame Zukunft


Eine eigene Familie, ein kleines Häuschen und ein paar Enkelkinder: Das erhofft sich das junge Paar von der gemeinsamen Zukunft. "Dann können wir wirklich stolz auf unser gemeinsames Leben sein", sagten die beiden. Und glauben sie an ein Leben nach dem Tod? Hier wurde Sinató nachdenklich. "Die letzten Worte meiner Mutter waren, dass ich nicht traurig sein muss, wenn sie geht, weil wir uns wiedersehen", sagte er. Beide hätten nun verstanden, wie kostbar jeder gemeinsame Moment sei.

Mit diesen Paaren geht's weiter


Die Sendung "The Story of my Life" legte gleich zu Beginn einen Fehlstart hin. Nur 560.000 der 14- bis 49-Jährigen sahen die Premiere. Auf Rebecca Mir und Massimo Sinato folgen noch vier weitere Paare: In den kommenden Episoden machen Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters, Fabian Hambüchen und Marcia Ev, Nathalie Volk und Frank Otto sowie Thomas Heinze und Jackie Brown bei dem Fernseh-Experiment mit.

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In Kooperation mit RP ONLINE.