Erste Folge "Wer kocht das Beste für die Gäste?"

So verlief der Showauftakt mit Frank Rosin: "Ich will ihn weinen sehen!"

04.07.2024, 10.39 Uhr
von Jürgen Winzer

In der neuen SAT.1-Show "Wer kocht das Beste für die Gäste?" tritt Frank Rosin gegen Alexander Herrmann an. Mit Unterstützung der Koch-Nationalmannschaften und moderiert von Jana Ina Zarrella, kämpfen die beiden um die Gunst von 33 Testessern. 

Spitzenköche im Duell

"Nur ein volles Restaurant ist ein erfolgreiches Restaurant." Frank Rosin (57) weiß Bescheid, nicht nur weil er Restaurant-Retter ("Rosins Restaurants") ist, sondern weil er selbst eines führt. Trotzdem wird seine neue Show "Wer kocht das beste für die Gäste?" (SAT.1) nicht zum Selbstläufer. Denn die Gunst von 33 Testesser-Gästen wird ihm sachkundig streitig gemacht. Von keinem Geringeren als Alexander Herrmann (53), einem alten Weggefährten, Freund und Konkurrenten am Herd. Die neue Show startete gleich mit einem Kampf der Koch-Giganten.

Herrmann und Rosin kennen, schätzen und mögen sich seit 25 Jahren. So lange, dass "er noch Haare hatte und meine schwarz waren", scherzte Herrmann. Die Freundschaft ruhte dann aber schnell, Ehrgeiz und Frotzeln regierten. Rosin zu Herrmann: "Du glaubst doch nicht, dass du hier herkommst und ich versuche nicht, dir in den Ar.ch zu treten?"

Auf den Spuren von Clemens Wilmenrod

Ein Schnitzel ist ein Schnitzel ist ein Schnitzel und eine Koch-Show ist eine Koch-Show ist eine Koch-Show? Erstere sind lukullische Evergreens, Letztere erleben gerade einen neuen Boom, aber sie sind seit mittlerweile über 60 Jahren Bestandteil der deutschen TV-Unterhaltung. "Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch" hieß die erste Kochsendung. Wilmenrod gilt als Erfinder des "Toast Hawaii" und brutzelte von Februar 1953 bis Mai 1964 für sein TV-Publikum. Die Pointe: Er war Schauspieler und hatte keine Koch-Ausbildung.

Das kann man von Ruhrpott-Rastelli Rosin und dem fränkischen Koch-Künstler Herrmann wahrlich nicht behaupten. Rosin hat derzeit einen Michelin-Stern, Herrmann zwei. Als TV-Köche kreuzten sie immer wieder Messer, Gabel und Schöpfkelle. Vor allem bei "The Taste". Da waren beide von Beginn an (2013) dabei. Herrmann ist seit Rosins einjähriger Pause das Urgestein und nach zwölf Staffeln auch der Rekord-Coach. Viermal wurde einer seiner Schützlinge Sieger. Rosin war noch nie "Winning Coach". Zeit für die Revanche?

Koch-Nationalmannschaft unterstützt Rosin und Herrmann

Das Konzept der neuen SAT.1-Show: Zwei Köche müssen mit ihren Teams drei Gänge (plus Amuse-Gueule) für 33 Gäste zubereiten. Die entscheiden, bei wem es besser schmeckt, indem sie sich im Restaurant ihres Koch-Favoriten niederlassen. "Ich will alle in meinem haben", zeigte Herrmann sofort Ehrgeiz.

Der "Gruß aus der Küche", ein Appetithappen auf Lachsbasis, brachte eine erste Einordnung. 19 Gäste nahmen in Rosins Restaurantbereich Platz, 14 mundete es bei Herrmann besser. Weil zwei Mann nicht 99 Speisen im Alleingang zubereiten können, gab es für jeden Unterstützung: Rosin hatte seinen Chef de Cusisine, Oliver Engelke, dabei und wurde von Luca Maria Bottner und Andreas Schoibl, zwei Mitgliedern der deutschen Koch-Nationalmannschaft, unterstützt. Herrmann und seinem Assistenten Sebastian Malzdorf standen Laura Loosli und Dominik Altorfer vom Schweizer Nationalteam zur Seite.

Die Angst des Kochs vor den Testessern: "Alle haben ihren eigenen Kopp"

Die Teams mussten bei jedem Gang Kreativität zeigen, denn es gab nur jeweils ein Motto als Vorgabe. Erst hieß es "Im Wald", dann "Crème de la Crème" und zum Abschluss "Stammkneipen Halleluja". Für jeden Gang hatten die berühmten Koch-Koryphäen nur eine Stunde Zeit und jede Menge Probleme: Teambuilding, Speisenwahl, Aufgabenverteilung, Zubereitung, Service. Und dazu: Gastgeberrolle spielen – und sich die Frotzeleien des Konkurrenten anhören. Die fielen je nach Spielstand hämisch oder nervös aus – sehr zur Freude der Gäste in den Restaurants.

Die Testesser wollten überzeugt werden. Gekocht wurde vor ihren Augen und sie sparten nicht mit Kritik: "Da fehlt mir der Pfiff", "Es tut mir leid, aber das schmeckt nach nix", "Das kann er aber so nicht bringen". Rosin ahnte schnell: "Die haben alle ihren eigenen Kopp. Was dem einen schmeckt, findet der andere doof. Die regulative Mitte gibt es nicht."

Rosin kam mit dem Spagat anfangs besser zurecht. Bei "Im Wald" lockte er mit seinem Rehrücken auf Rahmwirsing und mit Pilz-Pinienkern-Pistazien-Strudel vier neue Gäste und verlor nur einen an Herrmann.

Alexander Herrmann geschockt: "Meine Idee ist implodiert"

Herrmann war als Gastgeber nicht nur Conferencier ("Wir sind das Waidmannsheil-Restaurant 'Zum fröhlichen Jäger'"), sondern auch clever – und überraschte alle gleich mal mit einer außerplanmäßigen Schwammerl-Suppe. Da erblasste Rosin ("Der alte Verwöhner!") erst vor Neid – und zog dann mit einer Spontan-Mousse au Chocolat vor dem zweiten Gang nach. Weil Herrmann für "Crème de la Crème" auch eine Schoko-Creme vorbereitete, wäre das eine böse Überraschung geworden – wenn es nicht Moderatorin Jana Ina Zarrella gäbe. Die, dank eigenem Kochbuch und Juroren-Tätigkeit für "Grill den Henssler" äußerst kochaffin, spielte nämlich die Petze und steckte Herrmann Rosins Guerilla-Taktik.

Nach erstem Schock ("Leckt mich doch am Ar.ch, meine Idee ist gerade implodiert") reagierte Herrmann kreativ – und mit Erfolg: Nach Gang zwei wechselten acht Rosin-Kunden die Küchenfront Richtung Herrmann, der 17:16 in Führung ging. "Sensationell", war er erleichtert.

"Stammkneipen-Heimspiel" bringt Frank Rosin den Sieg

Ausgerechnet typische Stammkneipenküche musste entscheiden. Eigentlich ja ein Heimspiel für Rosin, der schon als Teenie in der Imbissbude seiner Mutter im Ruhrpott die Pommes frittierte. Er entschied sich sofort für "Schnitzelchen, Frikadelle, Kartoffelsalat". Das bekam auch Zarrella mit, die umgehend zum zweiten Verrat am Herd schritt und Herrmann die Idee mit den Frikadellen petzte. Herrmann ließ daraufhin spontan kleine Frikadellen als Häppchen servieren.

Er selbst wählte als Kneipenmenü "Roastbeef mit Kartoffelstampf und Schmelzzwiebeln". Rosin lästerte: "Roastbeef ist nicht Kneipe, wollt ihr mich verar...en? Kneipe ist voll auf die Fresse." Er behielt Recht: Nur einer seiner Gäste wechselte die Seite – aber zehn verließen Herrmann. Endstand: 25:8! "Nein, nein, neiiiin", jammerte Herrmann ob der Fluchtbewegung und Rosin war den Freudentränen nah: "Boah, Kantersieg! Ich hab Herrmann rasiert! Danke, ich hab euch lieb!"

Frank Rosin: "Alle Köche sind besch.ssen, die sich nicht zu helfen wissen"

Braucht man die neue Koch-Show unbedingt? Das ist wie mit einem Schnitzel. Das schmeckt auch immer wieder gut – oder eben nicht. Dieser erste Menü-Abend von und mit "Wer kocht das Beste für die Gäste?" mundete fein. Und nicht nur die Testesser konnten sich Edles einverleiben, auch für den Hobby-Koch daheim gab es wertvolle Tipps. Der beste, von Frank Rosin: "Alle Köche sind besch.ssen, die sich nicht zu helfen wissen."

In zwei Wochen geht es mit dem nächsten Buddy-Fight weiter. Dann fordert Ali Güngörmüs seinen Roadtrip-Spezi Frank Rosin heraus.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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