"Schwiegermutter im Anflug"

"Zimmer mit Stall": Liebeswirrwarr und Umweltschutz

von Elisa Eberle

Die verhasste Schwiegermutter hat sich angekündigt, und als frisch gewählte Bürgermeisterin gilt es, ein Müllproblem zu bekämpfen. Ganz schön viel Stress für Pensionswirtin Sophie.

ARD
Zimmer mit Stall – Schwiegermutter im Anflug
Komödie • 19.11.2021 • 20:15 Uhr

Es ist die Personifikation einer ausgewachsenen Katastrophe, die zu Beginn von "Zimmer mit Stall – Schwiegermutter im Anflug" die oberbayerische Landstraße entlang stöckelt: Brigitte (Eleonore Weisgerber), die von Sophie (Aglaia Szyszkowitz) verhasste Schwiegermutter aus Paris, will angeblich nur ihre Enkelin Leonie (Carolin Garnier) auf dem Fuchsbichlerhof besuchen. In Wahrheit aber ist sie gekommen, um Sophie im allerletzten Moment von der Scheidung von Philippe (François Smesny) abzubringen.

Dabei hat die hauptberufliche Pensionswirtin im sechsten Teil der Fernsehfilmreihe (nun erstmals zu sehen) ohnehin schon viel zu tun. Als frisch gewählte Bürgermeisterin von Wiesenried hält sie ein mysteriöses Müllproblem auf Trab: Seit Tagen wird der Müll in der kleinen Gemeinde nicht mehr abgeholt. Nicht bezahlte Abfallgebühren sind angeblich der Grund. Da Sophie sich den Zahlungsrückstand nicht erklären kann, ist wieder einmal ihr Improvisationstalent gefragt: Zusammen mit ihrem alten Schulkameraden Felix ("Tatort"-Schauspieler Hans-Jochen Wagner), der nicht ganz freiwillig auf ihrem Hof zu Gast ist, sammelt sie den Müll der Bevölkerung selbst ein. Anschließend lagert sie ihn, mangels Alternativen, auf ihrem eigenen Grundstück zwischen.

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Ihrem dauernörgelnden Stallbewohner Barthl (Friedrich von Thun) missfällt diese Entwicklung ungemein. Das alarmierte Gesundheitsamt riegelt den Hof sogar wegen illegaler Müllsammlung von der Außenwelt ab. So kommt es, dass die gestresste Sophie mit ihrem inzwischen angereisten Ex-Mann, dessen neuer Flamme (Daniela Golpashin) und weiteren ungebetenen Gästen für einen Tag und eine Nacht festsitzt.

Der sechste Teil von "Zimmer mit Stall" von Sebastian Stern (Regie) trug nicht umsonst in den Arbeitstitel "Ein Sommernachtstraum", ehe er in "Schwiegermutter im Anflug" umgeändert wurde: Ähnlich wie bei William Shakespeare entbrennt auch hier ein verzwicktes Liebeswirrwarr unter den beteiligten Figuren. Die filmischen Dialoge entsprechen vielleicht nicht ganz dem shakespeareschen Duktus, unterhalten aber dennoch ungemein.

Darüber hinaus widmen sich die Autoren Philipp Weinges und Holger Gotha in ihrem Drehbuch einem allgemein bekannten, doch leider immer noch zu wenig thematisiertem Problem: der Müllvermeidung. Hauptdarstellerin Aglaia Szyszkowitz kann diesen Entschluss nur loben: "Endlich (!) wird es Thema, wieviel wir wie einkaufen und wieviel Müll wir produzieren", lobt die 53-Jährige in einem Interview zum Film. Sie selbst versucht, so weit es geht, umweltbewusst zu leben: In ihrem "Reiseberuf" habe sie immer eine Wasserflasche und einen Becher dabei, außerdem versuche sie, Plastik zu vermeiden und kaufe regional und saisonal ein.

"Dass die Themen Klima und Umweltschutz endlich in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken, erleichtert mich", fährt die zweifache Mutter fort: "Unsere Söhne gehen da mit gutem Beispiel voran: Sie fliegen gar nicht mehr, essen vegetarisch, kaufen Second Hand Klamotten ... sehr konsequent." Ob der Umweltschutz auch in Zukunft ein Thema für "Zimmer mit Stall" sein wird, wird sich bald zeigen: Bereits am darauffolgenden Freitag, 26. November, zeigt das Erste einen weiteren neuen Film zur gewohnten Sendezeit um 20.15 Uhr.

Zimmer mit Stall – Schwiegermutter im Anflug – Fr. 19.11. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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