Michel Serrault

Michel Serrault als Detektiv in "Das Auge" Vergrößern
Michel Serrault als Detektiv in "Das Auge"
Michel Serrault
Geboren: 24.01.1928 in Brunoy, bei Paris, Frankreich
Gestorben: 29.07.2007 in Honfleur, Basse-Normandie, Frankreich

In Henri-Georges Clouzots super-spannendem Thriller "Die Teuflischen" (1954) hat er einen seiner ersten Leinwandauftritte: Michel Serrault. Seitdem war er in Frankreich einer der meistbeschäftigten Schauspieler bei Bühne und Film, er hat an die 150 mal vor der Kamera gestanden und es gibt kaum einen französischen Regisseur, bei dem Serrault noch nicht gespielt hat. Die Pariser Theaterszene kannte Serrault als einen vielseitigen, wandlungsfähigen Mimen, in Dramen und Komödien, Possen und makabren Stücken, vor allem aber war er einer der großen Shakespeare- und Moliére-Interpreten.

Der in der Nähe von Paris geborene Michel will als Kind unbedingt Clown werden - oder Priester. So schickte man ihn ans Priesterseminar, wo er sich nach wenigen Wochen eines anderen bessann; er studierte am Centre dramatique Schauspielkunst und wurde eines der jüngsten Mitglieder der Comedie Francaise, wo er Klassiker spielte und mit dem von ihm hochverehrten Jean-Louis Barrault zusammenarbeitete. Den frühen Wunsch Clown zu werden, gab er nie auf: Als er bereits ein etablierter Schauspieler ist, lernte er Pantomime und Trompete. Mit Jean Poiret, den er in der Comedie kennenlernte, spielte er Kabarett, schrieb kleine Einakter-Komödien und Sketches. 1973 schließlich spielte er am Pariser Theatre Palais Royal eine seiner erfolgreichsten Rollen in "Ein Käfig voller Narren", geschrieben von seinem Freund Jean Poiret. Und dieses Stück wird schließlich Ein Käfig voller Narren (zwei weitere Fortsetzungen folgten Noch ein Käfig voller Narren und 1985) verfilmt.

Im Kino beeindruckte Serrault besonders durch seine subtilen Rollen in Jean-Pierre Mockys schwarzer Komödie "Der rote Ibis" (1975), in Bertrand Bliers "Frau zu verschenken" (1978) mit Gérard Depardieu und Patrick Dewaere, neben Romy Schneider und Lino Ventura in Claude Millers Thriller "Das Verhör" (1981), in Claude Chabrols "Die Fantome des Hutmachers" (1982) an der Seite von Charles Aznavour und im gleichen Jahr als Detektiv - der Isabelle Adjani beschattet - in Claude Millers Kriminalfilm "Das Auge".

1986 arbeitete Serrault erneut mit Jean-Pierre Mocky zusammen, diesmal in der Komödie "Das Wunder des Papu". Großartig auch sein Auftritte als Massenmörder in Christian de Chalonges "Dr. Petiot" (1989) und in Laurent Heynemanns Erotikkomödie "Die Dame, die im Meer spazierte" (1991), wo er Jeanne Moreau den Hof machte. Ein großer Erfolg war auch Serraults Auftritt an der Seite von Emmanuelle Béart in Claude Sautets Liebeskomödie "Nelly & Monsieur Arnaud" (1995). Serrault stand sozusagen bis zum Schluss vor der Kamera. Er starb an den Folgen eines langjährigen Krebsleidens.

Weitere Filme mit Michel Serrault:
  • Die Fünfzigerjahre

    "Zamore", "Die Knallschote" (beide 1954), "Cette sacrée gamine", "La vie est belle", "Der Damenschreck" (alle 1956), "Adorables démons", "Ça aussi c'est Paris", "Mörder und Diebe" (alle 1957), "Le Naïf aux quarante enfants", "Verlorenes Spiel", "Musée Grévin" (beide 1958), "Nina", "Oh! Qué mambo", "Messieurs les ronds de cuir", "Vous n'avez rien à déclarer?" (alle 1959), "Die Französin und die Liebe"

  • Die Sechzigerjahre

    "Ma femme est une panthère" (beide 1960), "Die tolle Masche", "Candide oder der Optimismus im 20. Jahrhundert", "On purge bébé", "Der tolle Amerikaner" (alle 1961), "Le repos du guerrier", "Wir fahren nach Deauville", "Un clair de lune à Maubeuge", "Die vier Wahrheiten", "Comment réussir en amour" (alle 1962), "Wie der Vater, so der Sohn", "Radieschen von unten", "Wie gefällt Ihnen meine Schwester?", "Les Fables de La Fontaine", "Clémentine chérie", "Karambolage" (alle 1963), "Caroline und die Männer über vierzig", "Jaloux comme un tigre", "Les Durs à cuire", "Les Combinards", "Jagd auf Männer", "La bonne occase" (alle 1964), "La tête du client", "Quand passent les faisans", "Le petit monstre", "Les Enquiquineurs", "Hundert Millionen im Eimer?", "Le Caïd de Champignol", "Les Baratineurs" (alle 1965), "Herzkönig", "Le lit à deux places", "Du mou dans la gâchette", "Les compagnons de la marguerite", "L'Anglais tel qu'on le parle" (alle 1966), "À tout casser", "Le grand bidule", "Der Verrückte von Labor 4", "Au théâtre ce soir" (alle 1967), "Ces messieurs de la famille", "Le Bourgeois gentilhomme" (beide 1968), "Un merveilleux parfum d'oseille", "Mais qu'est-ce qui fait courir les crocodiles?", "Ces messieurs de la gâchette", "Appelez-moi Mathilde" (alle 1969)

  • Die Siebzigerjahre

    "La liberté en croupe", "Le cri du cormoran, le soir au-dessus des jonques" (beide 1970), "Le Viager", "Mord bleibt Mord", "Die große Masche", "Ein gutes Geschäft" (alle 1972), "Die tollen Charlots - Wo die grünen Nudeln fliegen", "Pardon, Genossen! Edel sei der Mensch, hilflos und reich", "Abgetaucht", "Die Chinesen in Paris" (alle 1973), "Der Clou der Madame P.p.", "Vier Tage in der Hölle", "La Gueule de l'emploi", "Un linceul n'a pas de poches" (alle 1974), "Opération Lady Marlène" (1975), "La situation est grave... mais pas désespérée" (1976), "Le Roi des bricoleurs", "Les Folies Offenbach" (TV-Mehrteiler), "Le Passe-muraille" (alle 1977), "Der Heiligenschein", "Das Geld der Anderen" (beide 1978), "L'Esprit de famille", "Den Mörder trifft man am Buffet", "Doppelgänger wider Willen", "Mein Partner Davis" (alle 1979)

  • Die Achtzigerjahre

    "Kopf oder Zahl", "Der Kuckuck", "Malevil" (alle 1980), "Nestor Burma, détective de choc" (1981), "Le Bourgeois gentilhomme", " Entscheidung am Kap Horn", "Le Voyageur imprudent" (ungenannt), "Die verücktesten 90 Minuten vor Christi Geburt" (1982), Jean-Pierre Mockys "Tod dem Schiedsrichter" (1983), "Le bon plaisir - Eine politische Liebesaffäre", "König Dagobert" (beide 1984), "Les rois du gag", "Mörderischer Engel" mit Charlotte Rampling, "Mon beau-frère a tué ma soeur", "Liberté, égalité, choucroute" (alle 1985), "Ennemis intimes", "In aller Unschuld" (beide 1987), "Bonjour l'angoisse", "Der Panther II - Eiskalt wie Feuer" (beide 1988), "Comédie d'amour", "Gino & Elvira - Alte Liebe rostet nicht" (beide 1989)

  • Die Neunzigerjahre

    "Héloïse", "L'Huissier" (beide 1991), "Ville à vendre", "Vieille canaille", "Le secret du petit milliard", "Room Service" (alle 1992), "Bonsoir" (1994), "Beaumarchais - Der Unverschämte", "Das Glück liegt in der Wiese" (beide 1995), "Le comedien", "Mörder" (beide 1996), "Artemisia - Schule der Sinnlichkeit", Claude Chabrols "Das Leben ist ein Spiel" (beide 1997) mit Isabelle Huppert, "Ein Sommer auf dem Lande", "Liebeslust und Freiheit" (beide 1999), "Le monde de Marty"

  • Nach 2000

    "Eine Schwalbe macht den Sommer", "Un coeur oublié", "Les Acteurs" (alle 2000), "Vajont" (2001), "Belphégor - Das Phantom des Louvre", "24 heures de la vie d'une femme", "Der Schmetterling - Le papillon" (alle 2002), "L'Affaire Dominici", "Le Furet" (beide 2003), "Les Nouveaux refus", "Ne quittez pas!" (Stimme), "Albert est méchant" (alle 2004), "Grabuge!", "Joyeux Noël" (beide 2005), "Monsieur Léon", "Le Bénévole", "Antonio Vivaldi, un prince à Venise", "Les Enfants du pays" (alle 2006), "Fred Vargas - Fliehe weit und schnell" und "L'Avare" (beide 2007).

Zur Filmografie von Michel Serrault
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