Was geht in Menschen vor, die sich abseits von Norm und Moral bewegen? Wie wird aus dem ganz normalen Typen von nebenan ein Mörder? Solche Fragen stellte sich die US-amerikanische Autorin Patricia Highsmith in ihren Psycho-Krimis immer wieder. Nicht wenige ihrer Werke wurden prominent verfilmt, "Der talentierte Mr. Ripley" etwa und "Zwei Fremde im Zug". Highsmith erlangte so einige Bekanntheit, blieb hinter ihren Bestsellern aber naturgemäß immer im Hintergrund. Jetzt allerdings, 31 Jahre nach ihrem Tod, wird die Literatin selbst zur Hauptfigur in einer eigentümlichen Hommage, die fragt: Was treibt eine Autorin an, die sich immerzu mit so grausigen Themen wie Mord und Totschlag befasst?
Autorin schreibt Buch, Buch wird Film – so funktioniert es in "Ein Talent fürs Morden" ausnahmsweise nicht. Die Idee zu diesem ebenso düsteren wie undurchsichtigen Film basiert auf dem Theaterstück "Switzerland" (2014) von Joanna Murray-Smith, die nun auch das Drehbuch für die Kino-Adaption erarbeitete. Regie führte kein Geringerer als der niederländische Filmemacher und Starfotograf Anton Corbijn. Und in der Hauptrolle glänzt Oscargewinnerin Helen Mirren, die als Patricia Highsmith höchstselbst auftritt.
Die Geschichte spielt im Jahr 1995, dem Todesjahr von Patricia Highsmith. Die Autorin hat längst die Nase voll vom Ruhm und von den Menschen und lebt zurückgezogen in einem Chalet in den Schweizer Alpen. Als plötzlich Edward Ridgeway (Alden Ehrenreich) vor ihrer Türe steht, entsandt von Highsmiths Verlag in New York, hört die Autorin ihn nur widerwillig an: Patricia Highsmith soll einen letzten Krimi rund um ihren berühmten Romanhelden Tom Ripley schreiben. Sie lehnt zunächst ab, macht Ridgeway dann aber ein Angebot: Sie schreibt das Buch, wenn er ihr dabei hilft, den perfekten Mord auszutüfteln. Ein abgründiges Gedankenspiel, so scheint es zunächst, aber daraus wird in diesem Thriller bald viel mehr.