Noch deutlich länger als der Kollege David Robert Mitchell ließ sich Jutta Brückner, eine wichtige Stimme des Neuen Deutschen Films in den 1960er- und 1970er-Jahren, zwischen ihren letzten Regiearbeiten Zeit. 2006 erschien ihr NS-Melodram "Hitlerkantate". Und jetzt, 20 Jahre später, erblickt "Im Spiegel meiner Mutter" das Licht der Welt. Seine Uraufführung feierte der Mix aus Psychothriller und Beziehungsstudie im Juni 2026 auf dem Filmfest München.
Corinna Harfouch verkörpert die angesehene Archäologin und Uniprofessorin Ursula Scheuner, die bei Ausgrabungen auf eine Moorleiche stößt. Die erst einmal unter Verschluss gehaltene, da illegale Bergung kommt eigentlich ganz gelegen. Denn ihrem Institut, einer lärmenden Dauerbaustelle, geht es nicht besonders gut. Einzig ihre neue Assistentin Melanie (Carla Juri) weiht Ursula in ihren Fund ein.
Zu den beruflichen Herausforderungen kommt ein privater Schicksalsschlag: Die demente Mutter (Hildegard Schmahl) der Wissenschaftlerin ist vor kurzem in einem Pflegeheim gestorben. Beim Aufräumen ihres Elternhauses wird Ursula mit ihrer Trauer und den Traumata ihrer Kindheit konfrontiert. Was ihr außerdem Kopfzerbrechen bereitet: Melanie scheint mehr über die Lebensgeschichte ihrer Chefin zu wissen, als dieser lieb sein kann.