Türkei 1975: In einem kleinen muslimisch geprägten Dorf lebt die 60-jährige Ayshe. Als ihre ältere Schwester nach langer Krankheit stirbt, zieht sie sich mehr und mehr aus dem dörflichen Leben zurück. Das bemerkt auch der zehnjährige Nachbarsjunge Mehmet, der Ayshe liebt wie eine eigene Großmutter. Nachdem die Dorfgemeinschaft im Hochland eine Hochzeit gefeiert hat, beschliesst Ayshe, nicht mehr mit zurückzukehren. Das löst die wildesten Spekulationen über sie aus. Erst allmählich erkennt die alte Frau, dass sie sich ihrer lange verdrängten eigenen Geschichte stellen muss: Sie wurde adoptiert. Ihr wahrer Name ist Eleni, Tochter orthodoxer pontischer und in der Türkei lebender Griechen. Über 50 Jahre lang lebte sie in Angst und versteckte ihre wahre Identität...

Ein wunderbar fotografiertes Drama der türkischen Regisseurin Yesim Ustaoglu, die schon mit "Reise zur Sonne" zeigte, dass sie Händchen für einfühlsam erzählte Alltagsgeschichten besitzt. Sehr gut ist "Waiting for the Clouds" immer dann, wenn er seine Protagonistin - hervorragend verkörpert von Rüchan Caliskur - in den Mittelpunkt stellt. Weniger gelungen sind allerdings die vielen Einschübe und Wendungen, die über die persönliche Geschichte Ayshes hinaus politische und gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen wollen.

Foto: mîtosfilm