Film in der ARD

"Meine Mutter und plötzlich auch mein Vater": Wenn der Ex wieder auftaucht

von Hans Czerny

Unerwarteter Besuch in der Eifel-Wirtschaft "Kupferkanne": Plötzlich tritt Tonis Vater wieder in ihr Leben. Damit müssen sie und ihre Mutter erst einmal klarkommen.

ARD
Meine Mutter und plötzlich auch mein Vater
Komödie • 12.03.2021 • 20:15 Uhr

Der Schreck fährt Mutter Heidi (Margarita Broich) in alle Glieder, als plötzlich ihr vor Jahrzehnten entwichener Ex-Mann vor der Tür steht. Die Wut ist groß, Kurt (Uwe Ochsenknecht) hat sich nie mehr gemeldet bei Frau und Tochter (Diana Amft), seitdem er, mir nichts, dir nichts, verschwand. Heidi schlägt im ARD-Freitagsfilm "Meine Mutter und plötzlich auch mein Vater" dem Untreuen denn auch gleich die Tür vor der Nase zu.

Heidis Abneigung wird durch das flauschige Bären-Kostüm, das der Abtrünnige trägt, noch verstärkt. Tochter Toni hat den ihr unbekannten Vater zufällig in Köln aufgelesen. Dort erbettelte der Obdachlose Euros für Selfies mit dem drolligen Bärchen. Die Vater-Tochter-Geschichte, die hier ihren Ausgang nimmt, könnte rührseliger nicht sein. Zweifellos hätte sie das Zeug zu einem veritablen Weihnachtsmärchen.

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Weil es der Zufall will, dass Toni auch noch ein Bild des Vaters in jungen Jahren aus der Tasche fällt, ist der vorösterliche Weihnachtsfilm perfekt: Die Wiedererkennung von Vater Kurt und Tochter Toni ist – Bärenkostüm hin oder her – ein rührendes Melodram. Toni gelingt es denn auch, Mutter Heidis Herz zu erweichen: Kurt darf bleiben, wenigstens eine Nacht.

Vater Kurt hat Fehler gemacht, wie er eingesteht, während Tochter Toni immerzu wissen will, warum er sich all die Jahre nie mehr gemeldet hat. Die Antwort darauf lässt eine geraume Zeit auf sich warten. Nicht ungeschickt verwickeln der Autor Christian Pfannenschmidt und Jurij Neumann (Regie) bis dorthin Vater Kurt und Mutter Heidi in teils wundersam weinerliche, aber auch bis hin zur Komik anklagende Dialoge.

Fast hätten sie den Abtrünnigen für die einmal mehr wieder neu zu eröffnende "Kupferkanne" verdingt. In der neuen Gastro-Mannschaft hätte Kurt – mit oder ohne Bärenkostüm – sicher zum Team-Player getaugt. Doch mit der "Kupferkanne" ist es wohl so, dass es da alle paar Tage wieder einen Neuanfang gibt. Die Konzepte und die Wirtshausnamen wechseln genauso wie das Personal. Der Sternekoch vom Anfang (Stephan Luca) ist weg, auch der nette Gärtner blieb nur eine Folge. Nun macht sich ein neuer Gourmetkoch breit. Lucas Prisor spielt diesen Sebastian so sympathisch wie energisch. Er hätte sicher das Zeug zu Tonis Dauerflirt, wenn schon nicht zum Ehemann.

Derweil hat Diana Amft fürs ZDF schon mal den Familienfilm "Glück reloaded" abgedreht – diesmal als Tochter einer Filmmutter, die von Michaela May gespielt wird, ein Sendetermin steht noch nicht fest. "Kupferkanne reloaded" wäre sicher auch ein guter Titel für den nächsten Wirtshausfilm aus der Eifel. Mal sehen, wie sehr Uwe Ochsenknecht im Bärenkostüm die Quote und damit die Öffnung für weitere Folgen hochgezogen hat.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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