Brasch, Köhler und Lemp müssen eine mysteriöse Entführung aufklären.

An der Elbe wird eine Leiche gefunden. Zwei Frauen wühlt das ganz besonders auf: Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und die Altenpflegerin Anja Peelitz (Christina Große). Ihre Tochter Kim (Lucie Hollmann) ist entführt worden.

Von dieser Szene springt der Magdeburger Polizeiruf "Dünnes Eis" rund 30 Stunden zurück und wickelt das Geschehen von Anfang an auf. Von der Entführung über die erste Lösegeldübergabe bis hin zur finalen Aufklärung des Falls. Und der wirft viele Fragen auf. Etwa die, wer eigentlich die Entführer sind. Oder die, woher eine Altenpflegerin die geforderten 100.000 Euro Lösegeld nehmen soll. Oder die, was Kims Exfreund mit dem Fall zu tun haben könnte, von dem sich die junge Verkäuferin verfolgt gefühlt haben soll.

Für Brasch und ihre Kollegen Dirk Köhler (Matthias Matschke) und Uwe Lemp (Felix Vörtler) steht neben diesen Fragen aber auch noch die Aufgabe im Vordergrund, die Entführung zu einem guten Ende zu bringen. Und dem Zuschauer stellt sich die Frage, warum um alles in der Welt dabei so viele Fehler passieren. Und: Ob diese am Ende auch zu der Leiche an der Elbe geführt haben. Ist es Kim?

"Dünnes Eis" ist ein solide gemachter Krimi, was in diesen Tagen ein großes Kompliment ist. In der Kameraführung traditionell, in Schnitt und Musik manchmal etwas zu plump, bietet er vor allem psychologisch sauber gezeichnete Charaktere, einen klasse Plot mit kluger Chronologie und ein gutes Timing für Wendungen.

Und: Dieser Polizeiruf pflanzt dem Zuschauer von der ersten Sekunde das Gefühl ein, hier stimme etwas nicht. Und das ist auch so. Und selbst wenn das Ende für einige Krimifans vielleicht etwas zu früh offensichtlich sein mag, ist dieser Polizeiruf richtig gute Krimikost im Stile einer frühen Folge "Soko Leipzig" oder "Der Alte". Klassisch und im richtigen Maß spannend.