Was Streaming-Anbieter wie Amazon Prime Video oder Netflix bereits seit Jahren im großen Stil umsetzen, scheint auch RTL weiter zu forcieren: Mit Eigenproduktionen will der Kölner Sender die Marke stärken und sich zugleich von der Konkurrenz abheben. 2017 gehen fünf neue Serien in Produktion.

"Mit sechs Serienpilotierungen sind wir im vergangenen Jahr in die zweite Phase unserer groß angelegten Offensive gestartet", erklärte RTL-Fiction-Bereichsleiter Philipp Steffens. Von den Entwicklungen sei man so begeistert gewesen, dass nun gleich fünf Stoffe realisiert werden.

Konkret sind je zehn Folgen der Serien mit den Arbeitstiteln "Bad Cop", "Jenny", "Plötzlich Anwalt", "Lifelines" und "Sankt Maik" in Produktion gegeben worden – und das sei erst der Anfang. "Eine neue Ausschreibung wurde dieses Jahr schon auf den Weg gebracht. Wir werden die Dosis eigenproduzierter Fiction bei RTL deutlich erhöhen", kündigte Steffens an.

Weitere Neuerungen angekündigt

Damit geht RTL den Weg, den die US-Konzerne Amazon Prime Video und Netflix seit Jahren vorleben – wenn auch in deutlich kleineren Schritten. Mit milliardenschweren Investitionen lassen die Video-on-Demand-Dienste eigene Serien produzieren (z.B. "You Are Wanted" von und mit Matthias Schweighöfer) und machen den klassischen, linearen Programmen mehr und mehr Konkurrenz.

"Nur dort, wo wir die Programme exklusiv haben und wo wir sie kreativ beeinflussen können, bleiben wir überdurchschnittlich erfolgreich", sagt entsprechend auch RTL-Chef Frank Hoffmann in der aktuellen Ausgabe des "Horizont". Dabei spricht Hoffmann nicht nur von Formaten, die sich an das Publikum in der Primetime richten, sondern auch von Formaten, die tagsüber im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt werden sollen.

Gescriptete Dokusoaps sollen weichen

"Auf allen großen Sendern verlieren die gescripteten Dokusoaps Reichweite und Marktanteil, weil es inzwischen ein Überangebot gibt", meint Hoffmann. Daher werde RTL einerseits versuchen, das Genre selbst weiterzuentwickeln, "aber wir arbeiten auch jenseits dessen in andere, verschiedene Richtungen, etwa im Real-Life-Bereich." Damit könnten also auch bald wieder nicht gescriptete Formate einen Platz im Programmangebot von RTL finden.