In der elften Folge des Spreewaldkrimis kehrt Tanja Bartko (Nadja Uhl) aus Berlin zurück. Einst hatte sie den Ort nach einem Familiendrama verlassen, und Kommissar Krüger hatte sich in sie verliebt.

Der Spreewald, die Sorben, und kein Ende: Im elften Teil seiner kriminalistischen Spreewald-Saga (seit 2006), die stets Bodenständiges und Krimispannung miteinander verbindet, geht der Autor Thomas Kirchner nun wirklich in die Vollen: Es droht der Ausverkauf des Naturschutzgebiets, die Investoren stehen Schlange nach letzten habhaften Grundstücken – kein Wunder bei den vielen tausend Besuchern aus aller Welt pro Saison, Instagram und anderen sei Dank. Da hilft kein noch so braver Drache wie der Plon aus der Sorben-Legende einer ist. Den Bauern und Burgherren soll das Sagentier Glück bringen, und das vor allem in Form von Korn und Geld. In der neuen "Spreewaldkrimi"-Folge "Tödliche Heimkehr" lässt ihn der Regisseur Jan Frehse mithilfe von VFX-Spezialisten so geschmeidig und engelhaft durch die Lüfte fliegen, dass es eine Wonne ist – ein Kindertraum vom Glück und von Gerechtigkeit.

Dafür, dass sich die Menschen drunten in den Spreewald-Sümpfen dann doch bis aufs Blut bekriegen, kann der Glücksbringer nichts. Für die Gerechtigkeit aber sorgt wieder einmal ein anderer: Kommissar Krüger, den Christian Redl diesmal mit nicht gar so finsterer Mine spielt. Dies wohl deshalb, weil unverhofft seine alte Liebe zurück in den Spreewald findet. Tanja Bartko (Nadja Uhl), die Tochter des Revierförsters, kommt nach zehn Jahren mit ihrem kleinen Sohn zurück.

Gedächtnisakrobaten erinnern sich: Damals (in Folge zwei, "Der Tote im Spreewald") hatte ihr Vater ihren sorbischen Ehemann erschlagen. Jetzt, da auch der Vater in einem Seniorenheim verschieden ist, kehrt die Tochter mit ihrem Sohn aus Berlin zurück. Eine ihr vererbte Wiese, die sich als wahres "Filetstück" unterm Hochwald erweist, hat sie und ihren neuen Freund, einen Investment-Banker, nun herbeigelockt. Am Lagerfeuer träumt das Paar von einem umweltverträglichen Wellness-Hotel. Gerne liest Tanja dabei ihrem kleinen Sohn die Sagen vom Plon, dem sorbischen Drachen vor, während dieser in zurückhaltend animierter Form über den Wipfeln dem Horizont entgegenfliegt.

Während der Film – wie bei der "Spreewald"-Reihe gewohnt – auf mehreren zeitlichen Ebenen mit Rückblenden spielt, sind die Fronten doch klar gezogen: hier die Guten, die für Mensch und Natur nur das Beste wollen, dort die raffgierigen Investoren, die mit Finanzhebeln und juristischen Kniffen millionenfachen Gewinn im Auge haben. Katjas Freund Holger (Matthias Lier) gehört zu Spezies der Letzteren.

Dass dann aber doch erst mal nicht der Bösewicht, sondern ein hilfreicher Anwalt vom Pfeil einer Armbrust getroffen wird, lässt sich nur als Macht des Schicksals interpretieren. Ein in letzter Sekunde abgesetzter Polizeinotruf des Opfers hatte nicht mehr geholfen – möglicherweise, weil die Brandenburger Polizeistellen notorisch an Unterbesetzung leiden. Das legt zumindest bei den Vorermittlungen zum Mordprozess eine wackere Anwältin nahe, die nicht auf den Mund gefallen scheint. Dass der Sterbende noch Tanjas Namen ins Telefon gehaucht hatte, setzte die Rückkehrerin unter höchsten Verdacht.

Es bleibt, es sei verraten, am Ende wieder einmal das weise Schweigen des Kommissars, während Fichte (Thorsten Merten), der treue Diener an seiner Seite, zuletzt eine erstaunlich scharfsinnige Plappernummer hat. Etwas modisch wirken die vielfach wiederkehrenden Rückblenden dann doch. Man mag sie als unnötig verkomplizierend empfinden. Doch für schlichtere Gemüter gibt es ja noch die feine Animation – es lebe der Plon!


Quelle: teleschau – der Mediendienst