Hans-Michael Rehberg ist tot. Der Schauspieler und Charakterkopf, der unter anderem durch seine Rolle als Bischof Hemmelrath in der Ottfried-Fischer-Reihe "Pfarrer Braun" der ARD bekannt geworden ist, wurde 79 Jahre alt. Wie das Münchner Residenztheater mitteilte, ist Rehberg bereits am Dienstag verstorben.

Zuletzt war der hagere Vielspieler 2016 an der Seite von Martina Gedeck und Ulrich Tukur in einer größeren Rolle in der Literaturverfilmung "Gleißendes Glück" im Kino zu sehen. Er verkörperte einen gutherzigen älteren Herrn – nicht gerade die Rolle, auf die er abonniert war. Rehberg konnte auch ganz anders. Im Grunde vermochte er alles zu spielen, aber als sperriger, gerissener Bösewicht, als mysteriöser Alter und als klassischer Wolf im Schafspelz machte er am meisten Eindruck.

Begnadeter Charakterdarsteller

Er brillierte (als Obersturmbannführer Rudolf Höß) in "Schindlers Liste" (1993) ebenso wie neben Götz George in "Der Totmacher" (1995), im düsteren Alpendrama "Das finstere Tal" (2012 mit Tobias Moretti) und in dem klaustrophobischen Drama "Die Wand" (2012) – wieder an der Seite von Martina Gedeck.

Im TV vermochte der begnadete Charakterdarsteller aus mancher Episoden- oder Nebenrolle ein kleines Ereignis zu machen. Rehberg spielte in vielen Krimis mit – unter anderem war er in "Schuld" nach Ferdinand von Schirach, "SOKO Kitzbühel", "Rosa Roth" sowie diversen "Tatort"- und "Derrick"-Folgen zu sehen.

Mehrfach ausgezeichnet

Auch als Regisseur wirkte Hans-Michael Rehberg. Doch seine große Leidenschaft galt dem Theater. Namhafte Stationen waren das Burgtheater Wien, das Thalia Theater Hamburg, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die Freie Volksbühne Berlin, die Kammerspiele München und die Salzburger Festspiele. Für sein Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet.

"Er gehörte zu den großen deutschen Schauspielkünstlern seiner Generation", heißt es in einer Mitteilung der Salzburger Festspiele. Seit seinem ersten Auftritt als Cassius in Peter Steins "Julius Caesar" 1992 habe Rehberg 16-mal auf den Bühnen der Festspiele gestanden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst