Mark Forster wird in der neuen Staffel von "The Voice of Germany" zum ersten Mal als Coach im Einsatz sein. Einen Erzfeind hat er schon jetzt ausgemacht: Yvonne Catterfeld.

Keiner der aktuellen deutschen Popstars ist so präsent wie er: Mark Forster, der sympathische Hipster-Schwiegersohn mit dem kecken Käppi, übertrifft die Bouranis und Bendzkos dieses Landes in Sachen medialer Aufmerksamkeit um Längen; derzeit ist der 33-Jährige das TV-Gesicht unter den Mainstream-Songwritern. Dass der gebürtige Kaiserslauterner dabei neben seiner Rolle als neuer Coach bei der ProSieben/SAT.1-Show "The Voice of Germany" (Staffel sieben ab 19.10., immer donnerstags, 20.15 Uhr) wohl bald auch bei der Konkurrenz von VOX den "Sing meinen Song"-Gastgeber gibt, widerspricht Forsters Attitüde keineswegs: Charthits und Coca-Cola-Einheitsfest, Fußball-EM und Fernsehen – überall fügt er sich mit humorvoller Nettigkeit ein und befreundet alle Welt. Nur nicht Yvonne Catterfeld, wie Forster hinter den Kulissen der Aufzeichnungen zu den ersten "Voice"-Runden süffisant offenbart ...

prisma: Nach den Aufzeichnungen der Blind Auditions: Wie geschafft gehen Sie als neuer Coach aus jeder Sendung raus?

Mark Forster: Es ist ja nicht unanstrengend, um alle Talente bis aufs Blut zu kämpfen. Deshalb bin ich ein wenig müde – aber auch immer traurig, wenn die Blinds-Phase vorbeigeht. Ich habe tolle Mit-Coach-Kollegen neben mir sitzen. Das sind sehr spannende, lustige Tage.

prisma: Auch erfolgreiche Tage – mit Blick auf die Kandidaten?

Forster: Ich glaube, ich habe ein ziemlich gutes Team zusammengestellt. Ein paar Talente kann ich mir schon im Finale vorstellen; ein paar speziellere Typen sind auch dabei. Ich fand es immer geil, dass "The Voice of Germany" auch eine Plattform für Talents ist, die vielleicht selbst nicht unbedingt zum Gewinnen da sind.

prisma: Bei "Voice Kids" waren Sie schon länger Coach – was ist bei den Großen entscheidend anders?

Forster: Der größte Unterschied ist wohl, dass man sich mit den Finalisten tatsächlich etwas vorstellen kann. Dass wirklich Leute mitmachen, die danach eine Karriere anfangen könnten. Die Gewinner müssen zwar nicht immer die großen Megastars werden – aber die letzte Staffel zeigte, dass es ein Einstieg sein kann, wenn man dranbleibt. Aktuelles Beispiel ist Max Giesinger, der fünf Jahre nach seinem Finaleinzug endlich den Durchbruch schaffte.

prisma: Ist Ihr Anspruch daher auch ein anderer als bei den Kids?

Forster: Der Anspruch ähnelt sich schon. Aber es ist ein anderes Spiel. Bei den Kids ist es ein wenig wie bei der "Mini-Playback-Show" früher: Talentierte Kinder, die Bock haben auf Singen und Kreativsein, haben einen geilen Moment, verbringen Zeit mit Gleichgesinnten, freunden sich an. Sonntag ist dann Finale – und Montag gehen alle wieder in die Schule. Bei den Erwachsenen ist es der Beginn von etwas; keine Garantie, aber ein ernsthafter Einstieg. Wenn du als Coversänger hier mitmachst, kannst du deine Gagen steigern. Oder als junger Singer-Songwriter lernst du Leute kennen, mit denen du weiterarbeiten kannst.

prisma: Haben Sie mögliche Karriere-Chancen der Talents bei den Blind Auditions immer schon im Hinterkopf?

Forster: Das ist zwar immer nur aus meiner Sicht, aber ich hab schon immer mehrere Kategorien im Kopf: Finde ich etwas geil für die nächsten Stufen, die Battles und Liveshows? Kann ich mir vorstellen, dass die Person gewinnen könnte? Wer ist eh schon im Team, was passt gut? Und natürlich gönne ich meinen Mit-Coaches nicht die Butter auf dem Brot, weshalb ich versuche, denen alles wegzuschnappen!

prisma: Geht es sehr hart zur Sache?

Forster: Es ist alles ein Stück schärfer. Man muss nicht so viel Rücksicht nehmen auf das Talent – man kann sich durchaus etwas härter angehen. Aber ich stelle fest: Das ist etwas, das mir liegt!

prisma: Das bereitet Ihnen also Vergnügen ...

Forster: Da hab ich auf jeden Fall Bock drauf! Natürlich rege ich mich auf öfters mal auf – ich habe tatsächlich einen Erzfeind in dieser Staffel. Der heißt Catterfeld. Ich muss soweit gehen und sagen: Ich hasse Catterfeld (lacht).

prisma: Wieso das?

Forster: Weil sie mir tatsächlich alle Talente wegschnappt. Wenn sie buzzert, gehen die auch zu Catterfeld. Das ist das Schlimmste, was mir je passiert ist in meinem Leben: In einer Jury zu sitzen mit Yvonne Catterfeld.

prisma: Das wussten Sie ja schon vorher ...

Forster: Es war mir nicht so klar. Ich kannte sie schon vorher, damals war sie noch Yvonne. Damals hatte ich den Eindruck, es sei eine nette, talentierte Person. Aber hier hat sie ihr wahres Gesicht gezeigt – nämlich als Coachmonster! (lacht)

prisma: Zeigen die anderen Coaches auch ihre dunklen Seiten – etwa Michi Beck und Smudo von den Fantastischen 4?

Forster: Die Fantas sind nette Opas. Wie der Opa, der früher vom Balkon mit dem Finger gedroht hat. So sehe ich sie. Auf ihr Alter muss man auch ein bisschen Rücksicht nehmen. Aber es wird sich gut um sie gekümmert, sie haben ihren eigenen Zivi dabei und gesundheitlich geht das auch (lacht).

prisma: In der Jury sind Sie die Nachfolge von Andreas Bourani angetreten – sprachen Sie mit ihm darüber?

Forster: Mit Andreas bin ich schon seit Jahren gut befreundet, wir reden über vieles. Bei uns ging es ja parallel 2014 mit dem großen Erfolg los. Und er war natürlich der Erste, den ich anrief, als man mich fragte, ob ich mitmachen will. Wir haben uns lange unterhalten, er gab mir viele Tipps.

prisma: Halfen die Tipps?

Forster: Richtig viele konnte ich nicht gebrauchen. So eine Gruppendynamik ändert sich ja dann. Er erzählte das aus seiner Sicht – aber wenn nur ein Part aus einer Gruppe ausgetauscht wird, ändert sich alles. Andreas sagte, ich solle auf Samu Haber aufpassen – aber mit dem verstehe ich mich sehr gut, er ist meine Sister of another Mister.

prisma: Gibt es denn für Sie eine Art perfekten Kandidaten, wenn Sie sich einen wünschen könnten?

Forster: Meist hat man ja selten damit gerechnet, wenn man Fan von jemandem ist. Alle lieben Ed Sheeran, alle lieben Adele. Hätte man sich vorher überlegt, wer der größte männliche und der größte weibliche Musikstar ist, wäre man auf keinen von beiden gekommen. Und so geht es mir hier auch: Ich weiß es nicht, aber ich merk es, wenn ich es sehe.

prisma: Haben Sie bei all der TV-Präsenz eigentlich noch Zeit, am nächsten Album zu arbeiten?

Forster: Ja, die Aufzeichnungen nehmen ja nicht so viele Wochen in Anspruch. Es bleibt eine Menge Zeit, um Musik zu machen. Ich zwinge mich immer, ungefähr ein Jahr nicht für mich zu schreiben, nachdem ein Album rauskam. Sonst bekomme ich das Gefühl, das alte Album zu verbessern, anstatt das neue zu beginnen. Ich brauche richtigen Abstand. Die New-Orleans- und Gospelchöre-Welt muss für mich erzählt sein. Seit ein paar Wochen ist das so.

prisma: Sie arbeiten also an einem neuen Album – abgesehen von der Neuauflage von "Tape", die im November erscheint?

Forster: Ja, aber ich kann natürlich nicht verraten, in welche Richtung es geht. Nur eines: Eine Überschrift, wie auf den letzten Platten, habe ich jetzt auch wieder. Aber die Katze lasse ich jetzt nicht aus dem Sack (lacht). Das kann sich ja auch noch ändern – auch wenn ich relativ clever finde, was ich mir da überlegt habe. Es wird auf jeden Fall geil!

prisma: Beeinflusst die Jury Coach- und TV-Tätigkeit Ihre öffentliche Erscheinung als Musiker eigentlich?

Forster: Es sind Sendungen, die eine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die sehr beliebt sind. Aber es sind auch Sendungen, die unmittelbar mit Musik zu tun haben. Es hat ja einen Grund warum die Leute das so mögen. Es ist einfach gute Unterhaltung, gutes Fernsehen. Bei mir überwiegt der Stolz, bei so etwas dabei sein zu dürfen. "The Voice" hat den Ruf, dass auf den roten Stühlen nur die coolsten Musiker sitzen. Da zu sitzen, ist ein Ritterschlag. Die Gefahr, dass die Leute vergessen, dass ich eigentlich Musik mache, sehe ich nicht: Mir selbst ging es bei anderen nicht so, die ich in den Formaten gesehen habe.

prisma: Werden Sie auch in der nächsten "Voice"-Jury sitzen?

Forster: Wer auf den roten Stühlen sitzt, ist das größte Staatsgeheimnis der Welt. Wenn ich etwas darüber wüsste – und ich sage nicht, dass ich etwas weiß -, würde ich direkt zu Staub zerfallen, wen ich es verriete. Und das möchte ich nicht riskieren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst