Etwas provokant ist die Frage ja schon. Will Claus Strunz, Hauptmoderator der "Akte"-Sendungen bei SAT.1, wirklich wissen, wie "bekifft" Deutschland ist. Die Antwort heißt auf jedem Fall: ziemlich. Das belegen die Zahlen.

Cannabis gilt als die populärste illegale Droge in Deutschland. Zwischen drei und vier Millionen Menschen sollen etwa 200 bis 400 Tonnen pro Jahr rauchen. Für Cannabis sollen die Deutschen jährlich bis 2,4 Milliarden Euro ausgeben. Auch weil diese enorme Summe im Schwarzmarkt versickert und ein Raucher von seinem "Kraut" ohnehin kaum abzubringen sei, werden vielerorts Stimmen laut, man solle den Konsum der Droge freigeben.

Zu medizinischen Zwecken ist dies bereits möglich, aber eine Legalisierung, wie der Deutsche Hanfverband per Petition fordert? Darin heißt es: "Der Bundestag möge den Markt für Cannabis als Genussmittel regulieren und dabei besonders die Aspekte Jugendschutz, Prävention, Verbraucherschutz und Qualitätskontrolle berücksichtigen."

Ein Argument für die geforderte Freigabe lautet unter anderem, Cannabis sei nicht gefährlicher als Alkohol, und es gäbe laut dem Hanfverband "keine medizinische Begründung dafür, dass Cannabis verboten ist und Alkohol nicht". Strunz geht in seinem "Faktencheck" auch dieser These nach. Mit Wissenschaftlern und Medizinern spricht er über die Vor- und Nachteile einer Freigabe. Einige Suchtforscher warnen beispielsweise, dass Cannabis-Konsum bei jungen Menschen Depressionen oder gar Schizophrenie auslösen könnte.

Die Wirkung von Cannabis bleibt weit hinter der von Crystal Meth zurück. Mit dem oftmals in tschechischen Hinterhoflaboren zusammengepanschten Methamphetamin beschäftigt sich ab 23.25 Uhr "Die SAT.1-Reportage". Wie es in dem Beitrag heißt, soll oft schon der erste Konsum der Eintritt in die Sucht-Hölle sein. Unter anderem das Schicksal von Ayse aus Leipzig soll das belegen. Die junge Frau konsumiert nicht nur, sie dealt auch mit Crystal Meth. Weil sie dabei erwischt wurde, ist sie seit Monaten auf der Flucht vor der Polizei.


Quelle: teleschau – der Mediendienst