Lesley Ann Warren

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Kann auch schrill sein: Lesley Ann Warren
Lesley Ann Warren
Geboren: 16.08.1946 in New York, USA

Obwohl Lesley Ann Warren einige interessante Rollen hatte, ist sie doch vor allem durch eine Rolle im Gedächtnis geblieben: Als schrilles Gangsterliebchen in Blake Edwards Komödie "Victor/Victoria" (1982) macht sie an der Seite James Garners einiges durch, als ihr Lover in den Verdacht gerät, schwul zu sein. Ihre energiegeladene Darstellung brachte ihr eine Golden-Globe-und eine Oscar-Nominierung für die beste weibliche Nebenrolle ein.

Schon früh zog es Lesley Ann Warren zur Schauspielerei. Sie studierte das Fach von der Pike auf unter dem berühmten Lee Strasberg in New York, bevor sie 1964 ihr Broadway-Debüt in "110 in the Shade" gab, einer Musical-Version von "Der Regenmacher". Die TV-Rolle als "Cinderella" (1966) brachte Lesley Ann Warren einen Vertrag mit den Disney-Studios ein, doch nach den Filmen "Der glücklichste Millionär" (1967, Regie: Norman Tokar) mit Fred MacMurray und "The One and Only" (1968, Regie: Michael O'Herlihy) rebellierte sie gegen das süßliche Image, das ihr darin aufgedrängt wurde und warf das Handtuch.

Danach sah man sie für lange Zeit vorwiegend im Fernsehen, etwa in "Seven in Darkness" (1969), "The Letters" (1973), in der Columbo-Folge "Der Schlaf endet nie" (1975), "Verrat an Julie Roy" (1978), "Portrait of a Stripper" (1979) und "Portrait of a Showgirl" (1982). Für die TV-Miniserie "79 Park Avenue" (1977) nach Harold Robbins erhielt sie einen Golden Globe. Gelegentliche Kino-Auftritte hatte sie in John Floreas Melodram "Pickup on 101" (1972) neben Martin Sheen, Mark Rydells Gaunerkomödie "Und morgen wird ein Ding gedreht" (1976) mit Elliott Gould, James Caan und Diane Keaton, sowie David Hemmings' Abenteuerfilm "Ein Teufelskerl" (1981) mit Ken Wahl und Donald Pleasance.

Nach dem großen Erfolg in der Transvestiten-Komödie "Victor/Victoria" (1982) sah man Lesley Ann Warren häufiger auf der Leinwand, wenngleich in Rollen sehr unterschiedlicher Qualität. "Ein himmlischer Lümmel" (1983) von John G. Avildsen war ein "Beziehungskisten-Drama um einen Teenager, der seine Lehrerin flachlegt" (VideoMarkt). Eine gute Rolle bot ihr dagegen Alan Rudolph in seinem kalifornischen Liebesreigen "Choose me - Sag ja!" (1984) mit Keith Carradine, Geneviève Bujold und Rae Dawn Chong. Unter demselben Regisseur spielte sie auch in "Songwriter" (1984) neben Kris Kristofferson. Weniger dankbar war ihr Part in "Die diebische Elster" (1987), einem Starvehikel für Whoopi Goldberg (Regie: Hugh Wilson).

Nach der Krimikomödie "Alle Mörder sind schon da" und dem TV-Melodram "Black and White" (1986) über die Probleme einer Ehe zwischen Schwarz und Weiß spielte Lesley Ann Warren in dem Thriller "Apology" (1987) von Robert Bierman eine Künstlerin, die auf ihrem Anrufbeantworter alle möglichen Entschuldigungen sammelt. Sie macht damit eine Ausstellung, doch dann nervt sie ein sadistischer Psychopath mit Telefonterror. Eine wichtige Rolle bot ihr John B. Harris' gelungene James Ellroy-Verfilmung "Der Cop" (1987) mit James Woods als ebenso hartem wie verletzlichem Police Detective Lloyd Hopkins. Im selben Jahr spielte sie in Bobby Roths "Liebe auf Texanisch" eine Barfrau, die Karriere als Countrysängerin macht.

Einen bemerkenswerten TV-Auftritt hatte Lesley Ann Warren 1990 in "Family of Spies: The Walker Spy Ring", für den sie eine weitere Golden-Globe-Nominierung erhielt. Eine weniger rühmliche Nominierung war dagegen die für den berüchtigten Razzie Award in der Kategorie schlechteste weibliche Nebenrolle. Lesley Ann Warren erbrachte ebendiese Leistung in einem der anerkannt dämlichsten Filme aller Zeiten, "Color of Night" (1994) von Richard Rush. An ihrer Seite blamierten sich Bruce Willis und Jane March, vor allem mit sterilen Sex-Spielchen in Dusche, Wanne, Pool und anderen ausgesprochen sauberen Orten.

Eine schon von der Anlage her nur teilweise gelungene Rolle hatte sie 1991 in "Das Leben stinkt!" von Mel Brooks als allzu adrette Obdachlose. Trotz guter Gags und hohem Unterhaltungswert litt der Film erheblich unter der Verklärung der Penner-Romantik, woranLesley Ann Warrens Darstellung erheblichen Anteil hatte. 1994 erschien sie in "Die Bibel - Josef" (Regie: Roger Young) aus der Reihe von Leo Kirchs Bibel-Adaptionen. Ihre Kinofilme der letzten Jahre sind durch die Bank unbedeutend: Die Schnulze "Mein Herz will Rache" (1993) zeigte sie in einer Art Bachmeier-Fall auf amerikanisch: Eine Mutter erschießt den Vergewaltiger ihrer Tochter im Gerichtssaal. "Die Tochter des Paten" (1995) von Ternistocles Lopez war ein mittelprächtiger Mafiafilm mit Jennifer Tilly, "Hate" (1996) von Douglas Jackson dagegen ein durchschnittlich bescheuerter Sex-Thriller mit Donald Sutherland und Tia Carrere.

Weitere Filme mit Lesley Ann Warren: "War Zone" (1997), "Going all the way" (1997), "Love Kills" (1998), Steven Soderberghs "The Limey" (1999), "Tötet Mrs. Tingle" (1999, ungenannt), "Zweimal im Leben" (Serie), "Ropewalk", "Trixie" (alle 2000), "Losing Grace", "The Myersons", "Milo - Die Erde muss warten", "The Quickie", "Wolfgirl" (alle 2001), "The Frenchman", "St. Sass", "Secretary" (alle 2002), "Practice - Die Anwälte" (Serie), "Recipe for Disaster", "Office Girl" (Serie, alle 2003), "My Tiny Universe" (2004), "Constellation", "When Do We Eat?", "Deepwater", "The Shore", "Desperate Housewives" (Serie, alle 2005), "Stiffs", "Streets of Philadelphia - Unter Verrätern" (beide 2006).

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