Lange Jahre der "Yuppie vom Dienst": James Spader.
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James Spader

Lesermeinung
Geboren
07.02.1960 in Boston, Massachusetts, USA
Alter
61 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Er wirkt immer etwas bieder und bläßlich, doch genau das ist seine Stärke: James Spader ist einer der wirkungsvollsten Filmbösewichte - eben weil nicht gleich der Stempel "böse" auf seiner Stirn prangt. Mit seiner doppelbödigen Weichheit, hinter der immer etwas Abgründiges oder auch Perverses schlummert, hauchte er vielen Rollen Leben ein, wobei seine Palette vom Starkino bis zum wagemutigen Arthaus-Film reicht.

James Spader stammt aus einer Bostoner Lehrerfamilie. In deren Fußstapfen wollte er nicht treten, und so brach er seinen bürgerlichen Bildungsweg schon früh ab, um Schauspielunterricht an der Michael-Chekhov-Schule zu nehmen. Während er so sein Handwerk erlernte, spielte er in den Ferien schon erste Nebenrollen in Kino und TV, so in "Endlose Liebe" (1981) von Franco Zeffirelli. Die Hauptrolle hatte Brooke Shields.

Davon allein konnte Spader noch nicht leben, also verdingte er sich in zahllosen Nebenjobs, unter anderem als Yoga-Lehrer. Mitte des Jahrzehnts legte seine Filmkarriere einen Zahn zu. Jetzt wurde Spader gern als Yuppie besetzt. Er erschien unter anderen in "Pretty in Pink" (1985) von Howard Deutch oder "Baby Boom - Eine schöne Bescherung" (1986). Eine ernsthafte Rolle bot ihm Oliver Stone in seinem Finanzdrama "Wall Street" (1987) mit Michael Douglas. Hier verkörperte James Spader einen schmierigen Jung-Anwalt.

Seinen endgültigen Durchbruch erlebte Spader als Video-Freak in Steven Soderberghs "Sex, Lügen und Videos" (1988). In Cannes wurde er für diese Rolle als bester Schauspieler ausgezeichnet. Das brachte ihm nun eine ganze Anzahl dankbarer Rollen ein. In "Frühstück bei ihr" (1990) von Luis Mandoki spielte er eine weitere Yuppie-Rolle. Ein erfolgreicher Werbefachmann verliebt sich ausgerechnet in eine schlampige 43-jährige Pommes-Verkäuferin (Susan Sarandon). Noch eine Yuppie-Rolle hatte Spader in Curtis Hansons "Todfreunde - Bad Influence" (1989), wo ihm Rob Lowe als Psycho langsam das wohlgeordnete Leben zur Hölle macht.

"Der Preis der Macht" (1991) von Herbert Ross war ein Drama um zwei Freunde, von denen der eine (John Cusack) mit allen Mitteln nach oben will und sich dabei von dem anderen (Spader) zunehmend entfremdet - bis aus den Freunden Feinde geworden sind. Nach "Storyville" (1992) von Mark Frost und "Nightmare Lover" (1993) sah man James Spader schließlich in einer ganz anderen Rolle: In Roland Emmerichs Sciencefiction-Spektakel "Stargate" (1994) spielte er den Wissenschaftler, der an der Seite von Kurt Russell die Altägypter im Weltraum aus der Patsche haut.

"Wolf - Das Tier im Manne" (1993) von Mike Nichols war eine nur ansatzweise interessante, insgesamt aber verschenkte Modernisierung des Werwolf-Themas. Zwei sehr unterschiedliche Rollen spielte James Spader 1996. Zum einen sah man ihn in David Cronenbergs äußerst merkwürdiger Parabel auf die Auto-Gesellschaft, "Crash" mit Deborah Kara Unger, Holly Hunter und Rosanna Arquette. Hier gehörte er zu einer Gruppe von total Durchgeknallten, die sich von Autounfällen sexuell angezogen fühlen und vornehmlich in Autowracks übereinander herfallen. Was für den einen Kritiker eine originelle Parabel war, brachte andere zur Weißglut.

Zum anderen spielte Spader in "Zwei Tage in L.A." (1995) von John Herzfeld einen eiskalten Killer, der einen Fehler begeht, als er seinen Partner abservieren will - aber der trägt eine kugelsichere Weste und überlebt den Mordanschlag. 1997 sah am James Spader in "Untermieter aus dem Jenseits“ als glücklosen Hausbesitzer, der sich mit einem Spukehepaar alias Michael Caine und Maffie Smith herumschlagen muss.

Weitere Filme und Serien mit James Spader: "Critical Care" (1997) von Sidney Lumet, "Untermieter aus dem Jenseits" (1997) von Peter Yates, "Driftwood" (1998) von Ronan O'Leary, "Supernova" (1999) von Walter Hill, "The Watcher", "Slow Burn" (beide 2000), "Secretary" (2002), "Alien Jäger", "Die Pentagon Papiere" (beide 2003), "The Practice" (Serie, 2003-2004), "Shadow of Fear" (2004), "Boston Legal" (Serie, 2004-2008), "Das Geheimnis des Regenbogensteins" (2009), "Lincoln" (2012).

Filme mit James Spader

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