"Vivaldi und ich", der Titel könnte bei einigen Filmfreunden Erinnerungen wecken. Vor wenigen Jahren erst, 2023, brachte Frauke Finsterwalder die schwarze Komödie "Sisi & Ich" ins Kino, die sich mit Sandra Hüller und Susanne Wolff in den Hauptrollen aus ungewöhnlicher Perspektive einer sehr prominenten Person näherte: der legendären Kaiserin Elisabeth alias Sisi. Gut möglich, dass die Macher diese Geschichte irgendwo im Hinterkopf hatten, als aus der italienisch-französischen Koproduktion "Primavera" der deutsche Filmtitel "Vivaldi und ich" wurde.
Eine sehr prominente Persönlichkeit aus ungewohnter Perspektive betrachten, hier der große "Vier Jahreszeiten"-Komponist Antonio Vivaldi, das ist zweifellos auch die Grundidee von "Vivaldi und ich". Wobei hier noch mehr Fantasie dabei ist als seinerzeit im Film "Sisi & Ich". Als Vorlage diente der historische Roman "Stabat Mater" (2008) von Tiziano Scarpa, der vor einigen Jahren bereits viele Preise gewann. Hauptverantwortlich für die filmische Version ist Damiano Michieletto, ein gefeierter Theater- und Opernregisseur aus Venedig, der mit "Vivaldi und ich" sein Spielfilmdebüt präsentiert.
Das "Ich" in "Vivaldi und ich" ist eine junge Musikerin, für die sich durch die Begegnung mit dem Meister der Barockmusik alles verändern wird. Cecilia (Tecla Insolia) wächst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im venezianischen Waisenhaus Ospedale della Pietà auf und wird dort Mitglied des berühmten hauseigenen Orchesters. Ihr Instrument ist die Violine. Cecilia beweist großes Talent, doch die vielen gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen schnüren sie immer mehr ein. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), seinerseits auch begeisterter Violinist, zeigt ihr schließlich ganz neue Wege auf, in der Musik und darüber hinaus.