London 1986. Das Arbeitszimmer des Filmemachers liegt in Soho, der Blick führt auf eine nächtlich belebte Straße der britischen Großstadt. Ein Zustand der Ruhe, irgendwo zwischen Wachheit und Traum. Bilder und Assoziationen setzen ein, gehen zurück in die Vergangenheit, betrachten die Gegenwart, führen sie weiter. Gesellschaftliche und private "Erinnerungen" verknüpfen sich miteinander:

Super-8-Filme von Derek Jarmans Eltern und Großeltern, Fragmente der Familiengeschichte, dokumentarische Aufnahmen städtebaulicher und architektonischer Relikte, Geschichten und Phantasien verdichten sich zu einem filmischen Essay über das nachindustrielle England. Jarman konfrontiert die gesellschaftlichen Utopien des 19. Jahrhunderts, die "viktorianischen Werte", mit der zunehmenden Verstädterung und ihren Auswirkungen. Bei der filmischen Umsetzung von "The Last of England - Verlorene Utopien" ließ sich Derek Jarman von den Radierungen Goyas inspirieren.