Autorenfilmer Woody Allen ("Tod ist mein Brot, Gefahr ist meine Butter") stellt dem Publikum seinen neuen Film vor. Ausgangsmaterial ist ein japanischer Thriller: "Ein wunderbarer Film mit Vergewaltigung, Raub, Mord und Totschlag in herrlichen Farben", den Woody Allen neu arrangiert und synchronisiert hat. In dem bearbeiteten Film geht es um das geheime Eiersalat-Rezept, das den Schlüssel zur Weltmacht bedeutet. Hinter dem Rezept her sind neben dem wagemutigen, Frauen vernaschenden Macho-Agenten gleich mehrere Superverbrecher und eine überaus attraktive Agentin. Man bekämpft sich mit Flammenwerfern und Kreissägen, mit Giftgas und Giftschlangen. Die Handlanger der Finsterlinge werden reihenweise ausgeschaltet und niedergemacht ...

Mit "What's Up, Tiger Lily?" wollte Woody Allen einerseits mit der Figur des blasierten Filmemachers, der mit Pseudo- Sinnsprüchen nur so um sich wirft, die im Kielwasser der Nouvelle vague segelnden pseudo-intellektuellen Filmautoren und -kritiker parodieren. Andererseits demonstriert er anhand eines (echten!) japanischen Kinofilms, wie eng Persiflage und Original nebeneinanderliegen können. Diese direkte Form der Satire war möglicherweise ihrer Zeit voraus; in verfeinerter Form hatte sie erst 1981/82 - zum Beispiel mit "Tote tragen keine Karos" von Carl Reiner-Erfolg.

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