Der Wiener Tatort "Her mit der Marie!" war ein großer Spaß – wenn man die Dialoge verstand. Wir leisten Übersetzungshilfe und beantworten die wichtigsten Fragen.

Geh wusch! Schwer was los in Wien und Umgebung. Wenn die Kieberer in den Bumsen vom Strizzi nach der Puffn suchen, dann ... – Ja dann schaut das Hochdeutsch sprechende Piefke-Publikum natürlich blöd aus der Wäsche. Aber bitte, wir sind ja nicht so. Hier kommen Antworten auf die drängendsten Übersetzungsfragen – sowie alles weitere Wissenswerte rund um den Wiener Sensations-"Tatort: Her mit der Marie!".

Worum ging's?

Im Kern eigentlich nur um einen fingierten Geldraub im Wiener Rotlichtgewerbe, der tödlich aus dem Ruder lief. Sowie um die wirklich herzergreifende Romanze zwischen Bibis (Adele Neuhauser) Problemspezl Inkasso Heinzi (Simon Schwarz) und einem adretten Kleinganoven mit dem klingenden Namen Pico Bello (Christopher Schärf).

Worum ging's wirklich?

Um eine Zeit, in der Wiener Zuhälter noch Proleten mit Stil waren. Vom Pornoschnauzer über die Pomadetolle bis zum hochglanzpolierten 80er-Jahre-Oldtimer wurde manches Strizzi-Klischee durch die Puffn gejagt.

Strizzi? Puffn? Häh!? Und wer ist diese "Marie"?

Geh bitte! Also gut. Wäre auch ein Jammer, wenn dieser Sensations-"Tatort" an der Sprachbarriere scheitert. Beim "Strizzi" mit dem Künstlernamen "Dokta" (Erwin Steinhauer) handelt es sich selbstredend um einen Rotlichtpaten respektive Zuhälter. In dessen "Bumsen", vulgo: Etablissements, suchten die "Kieberer", die Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner, lange vergeblich nach der "Puffn", also der Tatwaffe, einer Pistole. Und wer ist bitte die Dame aus der Titelzeile? Nun: "Her mit der Marie!" bedeutet ins Hochdeutsche übersetzt nichts anderes als "Geld her!"

Wer sind die Macher?

Eh klar, dass von Johannes Krisch bis Maria Hofstätter einschlägige Knautschgesichter rekrutiert wurden. Nicht umsonst fühlte man sich oft wie in einer Kriminebenhandlung der Kultserie "Braunschlag". Nicht aber deren Schöpfer David Schalko ist "Her mit der Marie!" zu verdanken, sondern den Autoren Stefan Hafner und Thomas Weingartner. Mit Splitscreens und dampfendem Psych-Rock-Soundtrack hat die Regisseurin Barbara Eder ("Thank You for Bombing") aus der Buchvorlage eine Art Alpen-Tarantino gezaubert. Austroploitation sozusagen.

Wer war der tolle Sänger bei der Gartenparty?

Das war der ehemalige Friedhofsgärtner und angesagte Liedermacher Voodoo Jürgens ("Wien bei Nacht"). Harald Krassnitzer erklärt: "Er gehört zu einer neuen Generation Wiener Liedersänger, die von ihrer kleinen Welt, aber mit großen Gefühlen erzählen. Und mit einem ganz eigenen Sound. Er ist in Österreich sehr, sehr populär."

Und was war das für ein Hammer-Song im Abspann?

Das war natürlich einer der unsterblichen Sehnsuchtsschlager der Steirer Austropoplegenden S.T.S. Fast noch ein schöneres Stück als ihr Wiesn-Evergreen "Fürstenfeld": "Und irgendwann bleib i dann dort, lass' alles lieg'n und steh'n. Geh von daham für immer fort." Was sollte uns der Titel sagen? Machen Eisner und Fellner bald den Abflug?

Wie geht's beim Ösi-"Tatort" weiter?

Sie bleiben! Denn der nächste Fall ist bereits abgedreht. Im "Tatort: Baum fällt" sollen die Wiener Sonderermittler am Fuße des Großglockners in Kärnten den Tod eines Holzhändlers aufklären. Geplante Ausstrahlung ist im kommenden Jahr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst