Jannis Niewöhner (links), Samuel Schneider und Ella Rumpf sind die sympathischen Stars dieses Großstadt-Abenteuers.
Detlev Buck hat mit den "Asphaltgorillas" einen fulminanten Ganoven-Thriller inszeniert.

Asphaltgorillas

KINOSTART: 30.08.2018 • Drama • D (2018) • 103 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Asphaltgorillas
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
D
Filmstudio
Constantin Film, OLGA FILM
Laufzeit
103 Minuten
Regie
Kamera
Marc Achenbach

Filmkritik

Schräge Ganoven in Berlin
von Heidi Reutter

Nach "Bibi und Tina" begibt sich der umtriebige Detlev Buck als Regisseur auf neues Terrain und inszeniert mit "Asphaltgorillas" einen Ganoven-Film, der in der Berliner Unterwelt spielt.

Detlev Buck ist immer für eine Überraschung gut: Er dreht Teenie-Filme wie "Bibi und Tina" (2014-2017), Liebeskomödien wie "Same same but different" (2009) oder "Rubbeldiekatz" (2011) und Bestseller-Adaptionen wie Daniel Kehlmanns "Vermessung der Welt" (2012). Und jetzt also eine Gangster-Geschichte, eine augenzwinkernde Milieu-Studie über Machos in Berlin, die nach ihren eigenen Regeln leben. Genau genommen ist auch das eine Literatur-Verfilmung, weil "Asphaltgorillas" auf der Kurzgeschichte "Der Schlüssel" von Ferdinand von Schirach beruht.

Detlev Buck hat sie zusammen mit seinen Drehbuchautoren Constantin Lieb und Cüneyt Kaya ordentlich umgekrempelt und eine Geschichte der Befreiung daraus gemacht. Die Helden, das sind Atris (Samuel Schneider) und Franky (Jannis Niewöhner), Freunde aus Kindertagen, die sich allerdings aus den Augen verloren haben. Aber dann begegnen sich wieder, irgendwo in Berlin: Franky mit einem dicken Schlitten von seiner reichen russischen Freundin Oxana (Stefanie Giesinger), Atris etwas abgerockt und auf dem Sprung in ein neues, selbstbestimmtes Leben. Franky bietet Atris, der noch bei seiner Familie lebt und sein Geld mit Drogen verdient, einen Deal an, bei dem es um zwei Millionen Euro Falschgeld geht, das er von der vietnamesischen Mafia besorgen und dann verticken will.

Ein Deal, der für Atris Freiheit bedeuten könnte, denn für seinen Boss El Keitar (Kida Khodr Ramadan) will er nicht mehr arbeiten. Wie gesagt, das große Thema dieses Films ist Befreiung. Und während Atris noch etwas zögerlich dabei ist, das alte Leben hinter sich zu lassen, begegnet ihm die Ladendiebin und Kleinkriminelle Bettina (Ella Rumpf), die eigentlich Marie heißt und ihm gehörig den Kopf verdreht. Dass sie plötzlich an seiner Seite ist, macht die Dinge nicht gerade einfacher. Ganz im Gegenteil: Der Deal steuert geradewegs ins Chaos. Es sieht nicht gut aus, nicht für Franky und nicht für Atris.

Mit den "Asphaltgorillas" hat sich Detlev Buck viel vorgenommen, denn der Film ist komplex: eine süffisante Milieustudie und eine rasante Gauner-Komödie, die jenseits der Klischees erstaunlich viel Tiefgang besitzt und Bucks Begeisterung für die Charaktere unter Beweis stellt. Sein Schauspieler-Ensemble hat er sorgfältig aufgestellt: Samuel Schneider ("Boxhagener Platz"), Jannis Niewöhner ("Jugend ohne Gott") und Ella Rumpf ("Tiger Girl") sind die sympathischen Stars dieser Großstadt-Groteske, während Model und Social-Media-Star Stefanie Giesinger auf der Leinwand hübsch, aber eher hölzern als reiche Russentochter debütiert. Grandios wie eh und je ist Georg Friedrich als Mega-Proll und Dealer, der auch ein Stück vom Kuchen abhaben will.

Ansonsten hat Buck sehr markante und schräge Typen von den Straßen Berlins verpflichtet, die die chaotische Handlung verdichten zu einer ziemlich authentisch wirkenden Sozial-Studie. Insofern ist Buck mit den "Asphaltgorillas" ein sehr unterhaltsames Kinostück gelungen, das zwar erst langsam in Fahrt kommt, dann aber umso actionreicher, untermalt von dröhnenden Hip-Hop- und Elektro-Beats, über furiose Wendungen seinem Finale entgegensteuert. Und viel Spaß macht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Immer auf Draht: Erdogan Atalay in der Krimiserie "Alarm für Cobra 11". 
Erdogan Atalay
Oktay Özdemir
Stipe Erceg steht ineiner Kirche. Trägt ein blaues Oberteil mit Jacke drüber
Stipe Erceg
Kida Khodr Ramadan (links) in seiner Rolle als Ali "Toni" Hamady in der Serie "4 Blocks".
Kida Khodr Ramadan
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Almila Bagriacik
Weitere Darsteller
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