Das andere Ufer

KINOSTART: 01.01.1970 • Flüchtlingsdrama • Georgien (2009)
Lesermeinung
Originaltitel
Gagma napiri
Produktionsdatum
2009
Produktionsland
Georgien
Der zwölfjährige Tedo und seine noch junge Mutter Keto sind georgische Flüchtlinge aus der Provinz Abchasien. Der Bürgerkrieg hat ihnen alles genommen, auch Tedos und Ketos Hoffnung auf eine glückliche Zukunft in einer intakten Familie. Beide leben ein erbärmliches Leben am Stadtrand von Tiflis, ohne Verwandte, ohne Freunde. Keto bringt beide mehr schlecht als recht als Verkäuferin durch, der Zwölfjährige schuftet in einer Autowerkstatt. Das Wenige, was er verdient, steckt er seiner Mutter zu, damit die es nicht länger nötig hat, zu fremden, unfreundlichen Männern freundlich zu sein. Der Junge leidet sehr darunter, dass er zum Lebensunterhalt nur wenig beitragen kann, und auch der Lebenswandel seiner Mutter bereitet ihm große Probleme. Als er entdeckt, dass sie einen Liebhaber hat, ist das zu viel für Tedo. Er fasst den Entschluss, zu seinem Vater nach Abchasien zurückzukehren. Vielleicht findet er ja dort die Lösung für all seine Probleme. Es beginnt eine abenteuerliche Reise zu Fuß und als Tramp durch die Krisenregionen Georgiens und Abchasiens. Alles ist alt in Georgien - verbeult, abgeblättert, rostig, zerbröselt, zusammengewürfelt. Hier dominieren die vielen Nuancen von Grau und Braun. Ähnlich düster sind die Erfahrungen des Jungen Tedo in dieser Welt von Bürgerkrieg. Auf seiner Reise macht er viele Bekanntschaften, und er muss Rückschläge und menschliche Enttäuschung einstecken. Nicht überall ist er willkommen. Aber als seine Reise zu Ende geht, hat er neue Einsichten gewonnen. Zum Beispiel, dass es nicht überall besser ist, wo man nicht ist.

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