Nora (Saskia Rosendahl) hat eben erst einen Mann kennen- und lieben gelernt. Dann ist sie wieder alleine. An Zufälle mag sie nicht mehr glauben.
Der Debütfilm "Mein Ende. Dein Anfang." von Regisseurin und Drehbuchautorin Mariko Minoguchi spielt mit Saskia Rosendahl und Edin Hasanovi? ein nicht ganz alltägliches Liebesdrama mit Thriller-Elementen durch.

Mein Ende. Dein Anfang.

KINOSTART: 28.11.2019 • Drama • D (2019) • 111 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Relativity
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
D
Filmstudio
Telepool, BerghausWöbke Filmproduktion, Trimafilm
Laufzeit
111 Minuten
Regie
Mariko Minoguchi
Music
Jack Ritchie
Kamera
Julian Krubasik, Hagen Keller

Filmkritik

Vom Schock der Zufälle
von Rupert Sommer

Saskia Rosendahl ("Werk ohne Autor") glänzt in einem raffinierten deutschen Liebesdrama, dessen nicht immer lineare, logische Handlungsführung an einen Thriller, aber auch an eine sorgsam inszenierte Physikvorlesung über die Magie und die Brutalität von Zufälligkeiten erinnert.

Wie schnell das ganz große Glück wieder zerbricht. Und wie rasant sich nicht nur die Liebeshormone neu sortieren, sondern Zeit und Raum in ungeahnten neuen Konstellationen abbiegen. An der Oberfläche ist der Debütfilm "Mein Ende. Dein Anfang." der jungen Regisseurin und Drehbuchautorin Mariko Minoguchi eine tragische Liebesgeschichte, dann aber auch wieder ein Thriller-Drama oder die Aufarbeitung einer perfiden Täuschung. Ihr Film spielt mit den Erwartungen der Zuschauer und schickt sie genauso wie ihre Darsteller – allen voran die großartige Schauspielerin Saskia Rosendahl ("Wer ohne Autor") – auf eine emotionale Achterbahnfahrt.

In einer Liebesgeschichte der Zufälle muss auch der Startpunkt einer Begegnung eine sehr alltägliche, fast austauschbare sein. In der Münchner U-Bahn treffen Nora (Rosendahl) und der junge Uni-Dozent Aron (Julius Feldmeier), der Vorlesungen über Raum-Zeit-Besonderheiten und die Unzuverlässigkeit menschlicher Wahrnehmungen hält, erstmals aufeinander. Tatsächlich ein schicksalshafter Moment, der so etwas wie eine unausweichliche chemisch-physikalische Reaktion auslöst.

Die beiden verlieben sich und werden rasch zum Paar. Sie sind Liebende, die gemeinsam unbeschwerte Stunden in der frühsommerlichen Großstadt verbringen, über die Stränge schlagen oder auf einem Gartenfest ausgelassen eine Musical-Einlage zum Schlager "Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein" improvisieren. So weit, so bekannt.

Doch wenig später zersplittert das, was man eine logische Weiterführung der Beziehung nennen könnte. Aron kommt ums Leben. Auch das durch einen Zufall. Einfach, weil er zur sprichwörtlich falschen Zeit am falschen Ort war. Dann nämlich, als eine Bank überfallen wird und ein überforderter Täter, der selbstverständlich keinen Mord, sondern einen Raubzug geplant hatte, die Nerven verliert. Ein Schuss löst sich. Aron blutet, stirbt.

Noras Leben gerät fortan komplett aus den Fugen. Und der Film, der seinen Zuschauern keine andere Wahl lässt, als mit in einen Sog starker Gefühle gerissen zu werden, läuft da gerade einmal wenige Minuten. Schon bald ereignen sich neue Kontingenzen: Zufällig lernt die trauernde Nora, deren Alltag schon zuvor kein glücklicher war, einen neuen jungen Mann kennen.

Natan (Edin Hasanovic) trägt seine eigenen großen Probleme vor sich her. Seine Ehe ist unglücklich, seine kleine Tochter ist schwer krank und benötigt teure Medikamente. Trotzdem ist Natan ein Typ, dem sich Nora anvertrauen kann. Er ist sanft, tröstend – und weiß nicht nur möglicherweise, sondern eher ganz sicher deutlich mehr, als er während der sich anbahnenden neuen Liebesaffäre erzählt.

Gekonnt spielt "Mein Ende. Dein Anfang." mit Irritationen und mit der Herausforderung ans Publikum, sich seinen eigenen Reim auf Handlungsstränge zu machen, die vieles offenlassen und teilweise nicht klar zu durchschauen sind. Stilprinzip des Films sind dabei Zeitsprünge, die Lücken lassen. Lücken, die man füllen kann – die man aber auch einfach mal wertschätzen sollte. In allzu vielen deutschen Filmen wird alles auserzählt, vor allem in den eher sentimentalen. Der Film "Mein Ende. Dein Anfang.", der ganz nebenbei auch gute Bilder für physikalische Paradoxa gefunden hat – man achte nur auf einen wackeligen Geschirrschrank in Noras Wohnung – erlaubt sich den selten gewordenen Luxus, ein wenig spröde zu sein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Literat, Schöngeist, Schauspieler: Hanns Zischler,
hier als Kommissar in dem Krimi "Hinter blinden
Fenstern"
Hanns Zischler
Schauspielerin Jeanette Hain.
Jeanette Hain
Stefan Konarske mit Anzug und Fliege auf dem roten Teppich. Lacht in die Kamera.
Stefan Konarske
Edin Hasanovic
Edin Hasanovic
Weitere Darsteller
Saskia Rosendahl Julius Feldmeier Emanuela von Frankenberg Leonard Kunz Martha Bauer Michelle Barthel Andrea Sihler Claudia Helene Hinterecker David Baalcke Tom Kreß Lilly Forgách Nathalie J. Cerny Anna Drexler Katrin Röver Liam Linke Sebastian Griegel Niels Bormann Leonard Hohm Dimitre Dimitrov Stefan Pfau Isabelle Hölscher Markus Hering Isabell Stern Ernst Schliephake

Neu im kino

Adams Acht (2026)
Adams Acht
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Coyote vs. ACME (2026)
Coyote vs. ACME
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern (2026)
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Bad Apples (2026)
Bad Apples
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Oasis: Don't Look Back in Anger (2026)
Oasis: Don't Look Back in Anger
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaterland (2026)
Vaterland
Drama • 2026
prisma-Redaktion
That's Why the Lady Is A Champ (2025)
That's Why the Lady Is A Champ
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Das gewisse Etwas (2026)
Das gewisse Etwas
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Das Ende der Sterne (2026)
Das Ende der Sterne
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos (2026)
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
One Night Only (2026)
One Night Only
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Marsupilami (2026)
Marsupilami
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Insidious: Out of the Further (2026)
Insidious: Out of the Further
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spaziergang nach Syrakus (2026)
Spaziergang nach Syrakus
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Im Spiegel meiner Mutter (2026)
Im Spiegel meiner Mutter
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Steckerlfischfiasko (2026)
Steckerlfischfiasko
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The End of Oak Street (2026)
The End of Oak Street
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
You, Me & Italy (2026)
You, Me & Italy
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Paw Patrol: Der Dino Film (2026)
Paw Patrol: Der Dino Film
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nightborn (2026)
Nightborn
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spider-Man: Brand New Day (2026)
Spider-Man: Brand New Day
Science Fiction • 2026
Die Odyssee (2026)
Die Odyssee
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
So klingt das Leben (2025)
So klingt das Leben
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Was haben wir gelacht (2026)
Was haben wir gelacht
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaiana (2026)
Vaiana
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Virginia Woolf's Night & Day (2026)
Virginia Woolf's Night & Day
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Etwas ganz Besonderes (2026)
Etwas ganz Besonderes
Drama • 2026
prisma-Redaktion
The Piano Tuner (2026)
The Piano Tuner
Krimi • 2026
prisma-Redaktion
Vom Traum, unsinkbar zu sein (2026)
Vom Traum, unsinkbar zu sein
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Minions & Monster (2026)
Minions & Monster
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion