Obwohl mit seiner jungen Frau in Paris auf Hochzeitsreise, bleibt der amerikanische Wissenschaftler Shane von der Suche nach seinem ehemaligen Kollegen Léo getrieben. Zusammen hatten beide in der Seine-Metropole an Experimenten über die menschliche Libido gearbeitet. Léo hütet in seinem Labor inzwischen ein brisantes Geheimnis: seine offenbar psychisch kranke Frau Coré ist zum Vampir mutiert. Shane entdeckt sie bei einem ihrer Liebesmorde und muss erkennen, dass seine eigene Veranlagung, die er für erfolgreich verdrängt hielt, wieder hochkommt. Jetzt irrt er durch Paris, getrieben von einem unstillbaren mörderischen Verlangen...

Die seit ihrem Debüt 1989 inzwischen etablierte französische Regie-Newcomerin Claire Denis drehte einen abgehobenen Gruselstreifen über menschliche Obsessionen. Dazu bediente sich auch extremer Bilder und Schockelementen. Sensible, stille Momente enden in Szenen exzessiver Gewalt, sehnsüchtige Blicke schlagen um in sadistische Praktiken. Die Kamera macht sich zur Komplizin einer vernichtenden Lust, die jeden Voyeurismus das Fürchten lehrt. Der Film erlebte seine Uraufführung im Mai 2001 beim Filmfestival in Cannes, fiel aber insgesamt durch.